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Archiv für die Kategorie ‘Kieler Woche 2010’

50 Gigs, 10 Tage, 2 Fotografen: Wie schafft man das?

Vorbemerkung

Die „Kieler Woche“ 2010 sah das Team von rockpixx.com wieder im Einsatz. Um die ausgesuchten Acts ablichten und tagesaktuell auf unsere Seite bringen zu können, war sowohl im Vorfeld als auch täglich auf der „Kieler Woche“ eine etwas ausführlichere Planung notwendig. Einige unserer Arbeitsabläufe und manche der zum Einsatz gekommenen Technik soll für interessierte Leser hier im Folgenden kurz beschrieben werden.

Im Vorfeld

Das Wichtigste muss natürlich im Vorfeld schon erledigt sein: Das Beschaffen der Akkreditierungen. Dazu muss bekannt sein, welche Bühnen dieses Jahr vorhanden sind, damit die dortigen Ansprechpartner angeschrieben werden können. Auch wenn sich in den letzten Jahren schon ein fester Stamm von Ansprechpartnern herausgebildet hat, so gibt es doch immer wieder Überraschungen. In diesem Jahr haben wir beispielsweise erst nach einiger Korrespondenz herausgefunden, dass für das „Kieler Woche Musikzelt“ erstmalig keine eigene Akkreditierung notwendig ist, sondern der offizielle Ausweis der Stadt Kiel ausreicht.

Parallel dazu werden natürlich schon die Tourdaten der „üblichen Verdächtigen“ regelmäßig beobachtet, Pressemitteilungen ausgewertet und jeden Tag ein wenig mehr auf das vorläufige offizielle Bühnenprogramm aus dem „Kieler Woche“-Informationsbüro gewartet. Dieses trudelte in den ersten Maitagen auch hier ein und ergab die nächste Überraschung: Die „Schankwerk-Bühne“ hatte die Segel gestrichen!

Nun konnten also die Tagespläne der für uns interessanten Acts in einer Excel-Tabelle erstellt werden, so dass wir für jeden Tag alle Bühnen von 17:00 – 3:00 Uhr auf jeweils einem Blatt in der Übersicht hatten. Diese Listen mussten bis unmittelbar vor dem Start der „Kieler Woche“ noch mehrere Male aktualisiert werden, da sich die individuellen Bühnenprogramme noch häufig änderten. Hier half nur das permanente Beobachten der entsprechenden Bühnenwebsites.
Auch noch „nebenbei“ (neben unserem eigentlichen Tagesgeschäft also) laufen noch solche Dinge ab wie: Aufstellen und Ergänzen der Packlisten, Beschaffung aller erforderlichen Technik, Kleidung und weiterer Werbeartikel, welche vor Ort gebraucht werden. Da wir in diesem Jahr zum ersten Mal Medienpartner der „MAXBühne“ am Hauptbahnhof waren, kam hier also im Vorfeld noch ein wenig mehr Arbeit auf uns zu, als wenn wir nur als ganz normale Fotografen unterwegs sein würden. Eine Beschreibung dieser Dinge würde hier aber zu weit führen…

Angekommen im Norden

Am Freitag, 19.06.2010 ging es inoffiziell mit dem „Soundcheck“ aller großen Bühnen los. Die offizielle Eröffnung der „Kieler Woche“ findet ja traditionell mit Politprominenz und dem „Holstenbummel“ immer erst am Sonnabend ab 19:30 statt. Das hieß für uns also, in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni die A7 von einem zum anderen Ende abzureiten, damit wir vor Ort dann noch genügend Zeit für vorbereitende Arbeiten hatten. Zu diesen Dingen gehörten – neben vielen anderen Aufgaben – zwei ganz wichtige Sachen:

1. Einsammeln der Akkreditierungen an den verschiedenen Ausgabestellen zu den vorgesehenen Zeiten und

2. Aufbau und Inbetriebnahme unserer Technik im gemieteten Ferienhaus im Kieler Umland.

Punkt 1 ist sollte eigentlich relativ einfach abzuhandeln sein, ergab vor Ort aber dennoch immer wieder spannende Momente, die uns unseren Tagesplan gehörig durcheinanderwürfelten: So waren beispielsweise unsere Fotopässe vom NDR zum vorgesehenen Zeitpunkt der Abholung noch irgendwo zwischen Hannover und Kiel unterwegs. Wir verschoben diesen Termin von daher auf den nächsten Tag – irgendwelche Zeitreserven würden sich dort schon noch finden lassen.

Punkt 2 war relativ einfach gelöst. Wir bauten die folgenden Dinge auf: Einen ACER Homeserver, einen Desktoprechner mit zwei Schirmen und dem Adobe CS4-Zeugs drauf (CS5 und Lightroom 3 waren zu diesem Zeitpunkt zwar schon bestellt und eigentlich auch schon da, sollten aber nicht zum Einsatz kommen), ein Notebook für die Fotografin und zwei ASUS Netbooks für den mobilen Einsatz als „Imagetank deLuxe“. Auf den Netbooks waren installiert: „Total Commander“ als Dateimanager, die Freeware „Microsoft ProPhoto Tools“ zum Verschlagworten der zu machenden Bilder (kann XMP-Dateien für RAWs schreiben), IrfanView als externer Viewer. Systemseitig wurde das mitgelieferte Windows 7 noch mit dem „Canon RAW Codec“ aufgehübscht, damit die gemachten RAWs auch entsprechend betrachtet werden konnten. Zusätzlich gab’s auf den Netbooks noch eine freie Version von „SoftMaker Office“, damit unterwegs eine brauchbare Textverarbeitung für das Verfassen der Reviews zur Verfügung stand – ein wenig Luxus sollte schon sein. Alle Rechner waren im Ferienhaus miteinander vernetzt und hingen an einer Internetanbindung, die diesen Namen nicht wirklich verdiente.

Und dann konnte es unseretwegen losgehen: Die Ausrüstung für beide Fotografen (je zwei bzw. drei DSLRs jede mit nur einem Objektiv, je ein Netbook plus Cardreader, Reserveakkus und die Ohrstöpsel) war in zwei Wanderrucksäcken verstaut, die Tasche mit den Ersatzklamotten (falls wir unterwegs völlig durchnässt werden würden) war ebenfalls gepackt und unser Werbebanner hing mittlerweile auch schon an der „MAXBühne“.

Vielleicht noch eine Anmerkung zum Thema „Wanderrucksack“. Wir haben uns bewusst für solche Teile entschieden und nicht für Fotorucksäcke oder –taschen: Erstens wecken diese Teile keine Begehrlichkeiten, da jede Menge Volk ebenfalls mit solchen Rucksäcken unterwegs ist, um praktischerweise die mitgeführten alkoholischen Getränke irgendwo verstauen zu können. Und zweitens brauchen wir für den Rest des Jahres solche (teuren) Spezialteile nicht, normale Wanderrucksäcke lassen sich aber immer und vielseitiger verwenden. Polstert man die Rucksäcke mit zwei normal großen Frotteehandtüchern aus, dann lassen sich dort im Hauptfach gut geschützt drei DSLRs mit Batteriegriff sowie jeweils angeflanschtem EF-S 10-22, EF 2.8 24-70L und EF 2.8 70-200 L unterbringen, ohne dass die Kameras direkten Kontakt miteinander haben. Zudem sind sie mit einem Griff herausgezogen und einsatzbereit.

Ein typischer Tagesablauf

… sah in etwa wie folgt aus:
Zwischen 8:30 Uhr und 9:00 Uhr begab ich mich an den Desktop, um in Adobe Bridge die Bilder vom Vortag zu sichten und zu bearbeiten. Dazu waren in der vergangenen Nacht die (idealerweise bereits verschlagworteten und grob gesichteten) RAWs von den Netbooks über das Netzwerk auf den Server kopiert worden. Sie lagen pro Gig in einem separaten Ordner auf dem Server vor. Da Bridge eine Weile brauchte, um die Bilder einzulesen, wurden in dieser Zeit noch fehlende Reviews geschrieben und ebenfalls auf dem Server abgelegt, sowie die dringendsten Arbeiten für unsere anderen Kunden erledigt.

Wenn Bridge endlich alle Bilder eingelesen hatte (mitunter, an „ergiebigen“ Abenden kamen da schon mehr als 1.000 RAWs zusammen), dann ging die „Feinsichtung“ los: Es hat auf rockpixx.com ja Tradition, dass pro Gig immer nur 10, in Ausnahmefällen auch einmal 20 Bilder gezeigt werden. Diese galt es nun, zu finden. Bei der Auswahl spielen immer verschiedene Kriterien eine Rolle – welche das jeweils waren, wurde von Fall zu Fall auf dem großen Schirm des Desktops entschieden. Diese Bilder wurden nun in CameraRaw entwickelt und durchliefen anschließend im PhotoShop eine selbstgeschriebene Aktion, welche die Bilder für’s Web herunterrechnete, nachschärfte und mit unserem Logo versah. Zudem wurde von jedem Bild noch ein Thumbnail erstellt und ein Teaserbild für diesen Gig erblickte auch noch das Licht der Welt. Sobald die Bilder eines Gigs fertig waren, lud unsere Fotografin von ihrem Notebook aus die Bilder per FTP auf den Webserver und fütterte die Datenbank von rockpixx.com mit den entsprechenden Bildnummern sowie dem dazugehörigen Text des Reviews. Dann galt es noch, den abgelichteten Musikern eine kurze Information via MySpace, Facebook, Gästebuch oder eMail zukommen zu lassen, dass die Bilder von Ihrem Auftritt online waren. Spätestens ab 10:00 Uhr eines jeden Tages konnten wir an den Zugriffszahlen auf rockpixx.com ablesen, dass die Leute auf die Bilder vom Vortag warteten…

Als letzte Aktion wurde auf der Startseite von rockpixx.com noch der Ticker mit den „Neuzugängen“ angepasst und ein kurzer Eintrag auf blog.rockpixx.com verfasst. Je nachdem, wie viele Acts in der vergangenen Nacht von uns abgelichtet worden waren, waren wir immer irgendwann zwischen 13:00 und 16:00 Uhr mit diesen Arbeiten fertig. Parallel dazu mussten wieder alle Akkus aufgeladen sowie die Speicherkarten formatiert werden.

Ebenfalls irgendwann im Laufe dieser Zeit nahmen wir uns auch unseren Plan mit den Acts vom kommenden Abend vor und klärten ab, wer von uns wann an welcher Bühne fotografieren würde. Dazu muss man wissen, dass die Bühnen über die gesamte Kieler Innenstadt verteilt sind, die interessanten Acts zeitweilig zur gleichen Zeit beginnen und auf den meisten Bühnen abends ein Programm in zwei Schichten gefahren wird. Das meint, dass beispielsweise Hauptact-1 auf Bühne 1 und Bühne 2 jeweils um 19:00 bzw. 19:30 beginnt und Hauptact-2 auf Bühne 1 dann schon um 21:00 Uhr, auf Bühne 2 aber erst ab 22:00 laufen wird. Die Bühnen 3 bis 5 haben aber auch noch interessante Acts, so beispielsweise um 18:00 Uhr, 20:30 Uhr und 21:30 Uhr. Um da unnötige Laufereien und Zeitverluste zu vermeiden, muss schon im Vorfeld der abendliche Zeitablauf optimal geplant sein. Zudem ist einzuplanen, dass bei Topacts wie Nena beispielsweise spätestens 90 Minuten vor dem Konzert vermutlich kein Durchkommen zum Graben mehr möglich sein wird, weil einfach schon zu viel Publikum anwesend ist. Gerade die „Unser Norden-Bühne“ an der Hörn hat einen nicht leicht erreichbaren Graben. Beim NDR am Ostseekai ist das besser gelöst: Selbst wenn der Platz proppevoll ist, kommt man (nach ein paar netten Worten mit den Ordnern) recht gut „auf Seitenwegen“ nach vorne. Lustig wird’s auch, wenn die Startzeiten nicht eingehalten werden, aber auf dem Zettel für später noch Acts an anderen Bühnen warten – da kann einem dann schon einmal etwas mulmig im Bauch werden. Ein guter Garant für diese Gefühle der anderen Art war übrigens stets das „Kieler Woche Musikzelt“: Die haben’s nie geschafft, pünktlich anzufangen…

Gegen 17:00 ging es dann wieder los Richtung Kiel. Kiel ist zur „Kieler Woche“ verkehrstechnisch eine mittlere Katastrophe: Hunderttausende von „Sehleuten“ – oft mehr oder weniger stark alkoholisiert und/oder im Fußball WM-Fieber versuchen, den Massen von Autos, Bussen und Taxen die wenigen nicht von einer Vollsperrung betroffenen Straßen in der Innenstadt streitig zu machen. Ampeln sind hübsche bunte Lichtzeichengeber, die ansonsten aber keinerlei Sinn zu haben scheinen. Parkplätze in der Innenstadt gibt’s – wenn überhaupt – nur in einigen wenigen Parkhäusern. Meistens hatten wir allerdings Glück und konnten in unmittelbarer Nähe unseres „Wohnzimmers“ (aka „MAXBühne“) einen Platz für unseren Wagen finden.

Und dann begann die Lauferei zur Bühne, Warterei vor der Bühne, Fotografiererei im Graben für einen bis drei Songs und das sich daran anschließende Kopieren der Speicherkarten auf das Netbook – falls dafür Zeit vorhanden war. Zum Glück sind unsere Speicherkarten mit einer Kapazität von 8 GB bzw. 16 GB groß genug dimensioniert, um auch von mehreren Gigs die Bilder aufnehmen zu können. Das erschwert natürlich später beim Kopieren das „Auseinanderfieseln“ und Zuordnen der Dateien zu einem Gig, lässt sich bei Zeitproblemen aber nicht immer vermeiden. Spätestens am Ende eines jeden Abends fanden wir uns dann wieder backstage an der „MAXBühne“ zusammen und hier werden dann die letzten Kopiervorgänge und Verschlagwortungen vorgenommen. Unsere Fotografin schaffte es oft sogar noch, schon die ersten Grobsichtungen ihres Bildmaterials vorzunehmen und einige Reviews zu schreiben – ich dagegen nie.

Meistens sind wir dann irgendwann zwischen 0:30 bis 2:30 Uhr wieder im Ferienhaus gewesen und hängten dann die Netbooks an den Server und ließen diese kopieren. Schnell wurde noch der Ticker auf der Startseite von rockpixx.com mit den für den nächsten Tag zu erwartenden Bildern angepasst und dann und fielen Fotografin und Fotograf reichlich müde ins Bett.

Nachbetrachtung

Nun ist die „Kieler Woche“ 2010 also seit knapp zwei Wochen beendet und so langsam sind unsere letzten Nachbereitungen auch durch – das übliche Tagesgeschäft hat uns wieder. Aber: Eigentlich ist nach der „Kieler Woche“ immer auch schon wieder vor der „Kieler Woche“. Insofern laufen bei uns im Hintergrund schon wieder die ersten Überlegungen und Vorplanungen für die „Kieler Woche“ 2011 an…

Fazit

1. Es hat Spaß gemacht.

2. Es war anstrengend.

3. Ich werde langsam zu alt für diesen Scheiß.

4. Ich freue mich schon auf die „Kieler Woche“ 2011.

 

Musiker und deren Wunsch nach Bildern

Moin,

in Nachbetrachtung der diesjährigen „Kieler Woche“ möchte ich einmal ein paar Beispiele für die Vorbringung von Bilderwünschen seitens einiger Bands / Musiker / Managements / Veranstalter vorstellen. Ich werde hier absichtlich keinerlei Namen nennen, einige Texte sprechen für sich…

Beispiel-1:

Hallo hallo!!!
Super-Fotos habt ihr gemacht. Die gefallen uns sehr sehr gut.
Gibt es eine Möglichkeit, dass wir die Bilder, die von uns gemacht worden sind, bekommen könnten?
per Mail oder irgendwie von einem Server zum Download?
Das würde uns sehr freuen! [...]

Ich frage mich beim Lesen einer solchen Mail, wie wohl meine Anfrage zwecks Downloadmöglichkeiten von Musik dieser Band beantwortet werden würde…

Beispiel-2:

Moin Moin,
Super Bilder die du gemacht hast.
Hätte sie gern in voller Größe (auch gern alle, solltest du noch mehr gemacht haben)
Da wir neue Flyer machen werden und unsere neue CD auch mit live pics bewerben, würde ich eure bilder gerne mit reinnehmen, natürlich mit “www.rockpixx.com” nennung [...]

Auch nicht schlecht, gleich noch die Bilder für Print anzufragen, immerhin wird aber schon eine Namensnennung angeboten.

Beispiel-3:

hi…ich würde gerne pics erwerben ( ihr habt ja ja noch deutlich mehr) welche konditionen habt ihr denn ? [...]

Das ist doch ‘mal wirklich nett, vor allem, weil noch eine zweite Mail mit der Handynummer hinterherkam und uns sogar noch ein Anruf während der Rückreise auf der A7 erreichte, in dem nachgefragt wurde, warum die Anfrage-Mails denn schon seit zwei Stunden unbeantwortet gebleiben seien.

Beispiel-4:

Hallo!
Klasse Fotos – wie schon letztes Jahr. Wir sind begeistert!
Stellvertretend wollte ich fragen, ob wir sie ergänzend zu unseren eigenen Fotos für die Galerie unserer Homepage benutzen dürfen?
Das würde uns sehr freuen! [...]

Immerhin kam noch eine nette Absage hinterher, in der erklärt wurde, dass der Preis für unsere Bilder sicherlich gerechtfertigt sei, aber die Band dann doch lieber davon Abstand nehmen möchte… (Sicherheitshalber fragte die Band dann noch an, ob sie wenigstens einen Link auf http://rockpixx.com setzen dürfen, oder ob dieser auch kostenpflichtig sei – natürlich ist ein Link nicht kostenpflichtig, wir sind doch keine Halsabschneider.)

Sehr nett auch die folgende Anfrage (Beispiel-5):

Hallo,
Sie haben ein paar schöne Fotos von in Kiel gemacht. Eines davon würden wir gerne auf unserer Website (mit Ihrer Namensnennung ?) veröffentlichen.
Wäre das möglich ? [...]

Nach unserer ersten Antwort wurde sofort ein Bild erworben, nach weiteren Anfragen der Band dann noch ein paar Bilder. Alles sehr nett und äußerst unkompliziert. Diese Band ist übrigens von allen hier vertretenen Korrespondenzbeispielen am längsten im Geschäft.

Beispiel-6 scheint bezeichnend für Partybands und deren Gewöhnung an die von mir so geliebte Spezies der „Partyknipser“ zu sein:

Hallo Rockpixx – Team!
Wir würden gern die von Ihnen gemachten Bilder für unsere eigene Galerie auf der Homepage nutzen und bitten hiermit um Erlaubnis.
Des Weiteren würde ich gern wissen, ob eventuell noch mehr Bilder von diesem Konzert entstanden sind. Vielleicht könnten Sie mir diese dann per Mail senden. [...]

Unsere Standard-Antwortmail mit den Konditionen für die Bildnutzung, dem Aufzeigen einer Erwerbsmöglichkeit von Bildern plus dem Angebot, unverbindlich eine geschützte Galerie mit weiteren gemachten Bildern ins Web zu stellen, wurde dann wie folgt beantwortet:

Hallo Alexander!
Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ihr braucht keine extra Galerie für uns einrichten, trotzdem Danke für das Angebot. Da ihr eine sicher gerechtfertigte Gebühr für die Bilder erhebt, kommt eine Nutzung unsererseits allerdings nicht in Frage, da wir üblicherweise Bilder, die von uns genommen werden, frei und ohne Gebühr nutzen dürfen. [...]

Wieso habe ich spontan nur wieder den üblichen Knipser mit DSLR, Kitobjektiv, Batteriegriff und Aufsteckblitz vor Augen, der happy ist, wenn er seine Kamera einmal vor die Bühne ausführen kann – vielleicht noch für ein Freigetränk auf Kosten des Veranstalters oder der Band? Als Gegenleistung liefert er natürlich kurz nach dem Gig sämtliche Bilder (am besten noch bearbeitet) zum Nulltarif auf DVD gebrannt bei der Band ab.

Fazit: Der tägliche Brötchenerwerb kann mitunter ganz schön anstrengend / belustigend / Entsetzen hervorrufend sein, zumindest, wenn es um die Nachbereitung der eigentlichen Arbeit geht.

Andererseits gibt’s aber auch durchaus Bands / Musiker / Managements / Veranstalter, bei denen die Wertschätzung für die Arbeit Anderer noch nicht dem Egoismus geopfert worden ist. Das wiederum stimmt mich positiv und lässt mich weiterhin an das Gute auf dieser Welt glauben.

 

Kieler Woche, Tag 10 und Schluss

Der letzte Tag der Kieler Woche ist angebrochen. Wir nutzten die Pause des WM Spiels Deutschland gegen England um ganz easy und schnell in die Innenstadt zu kommen. Man hatte das Gefühl, alle Kieler hätten Kiel verlassen und die Kieler Woche wäre auch nicht an diesem Wochenende. So schafften wir es pünktlich zur zweiten Halbzeit in unserer „Wohnstube“ auf der Kieler Woche – der MAXBühne – zu sein. Dort waren wir zum „Private Viewing“ im Backstage eingeladen. Es war eine Superstimmung und eine Riesenfreude, als die deutsche Fußballnationalmannschaft England nach Hause schickte. Danach war auf den Kieler Straßen die Hölle los, kurzzeitig fragte ich mich, ob wir schon das Endspiel gewonnen hätten. Der Autokorso ließ das vermuten – Hupen, Vuvuzeelas, Deutschlandfahnen und von allen Seiten schallte das Lied der Sportfreund Stiller „54, 74, 90, 2010“. Eine grandiose Stimmung, die noch beim anschließenden Konzert der Gruppe „Gwendoline“ einer Ärzte-Coverband anhielt. Die Jungs heizten den Massen ein – zuerst mit vielen Ärzte-Songs und dazwischen immer wieder dem „54, 74, 90, 2010“-Song und dann gaben Sie noch eine Stunde Zugabe mit vielen Partysongs. Die Fans vor der Bühne feierten alle begeistert mit – ein schöner Ausklang der Kieler Woche. Das abschließende Feuerwerk über der Kieler Innenförde nutzten wir, um schnell und ohne nennenswerten Autoverkehr aus der Stadt heraus- und in unser Landhaus hineinzukommen.

Good bye Kiel wir sehen uns nächstes Jahr wieder.

 

Kieler Woche, Tage 7, 8 und 9

So, am Tag 7 hatten wir ja eine unschöne Auseinandersetzung mit dem Management von „One Fine Day“ wegen Bilderklau – die Sache läuft noch und bei Bedarf gibt’s hier weitere Informationen. Danke übrigens für die vielen deutschlandweiten Solidaritätsbekundungen von Fotografenkollegen in deren Blogs und im Konzertfotografieforum [ → „Three Songs no Flash“ ]. Danke auch an weitere Solidaritätsbekundungen von Veranstaltern, Bookern und vielen weiteren Musikern während der Kieler Woche in etlichen backstage geführten Gesprächen.
So, nun zu erfreulicheren Dingen: Mittlerweile haben wir drei weitere Tage auf der Kieler Woche hinter uns gebracht und es sind erneut einige spannende Acts dazugekommen – so beispielsweise gestern Abend Nena. Bilder davon (und auch von den anderen Acts) natürlich wie immer auf unserer Hauptseite rockpixx.com.
Heute ist also dann unser letzter Tag, es heißt dann Abschied nehmen für ein Jahr vom großartigen Team der MAXBühne. Aber vorher werden wir gemeinsam backstage noch das Fußball Länderspiel bei der WM gegen England gucken…

 

Kieler Woche, Tag 6

Die zweite Halbzeit auf der diesjährigen Kieler Woche hat also begonnen… Gestern Abend ging’s ruhig zu – das lag aber wohl auch am Fußball-Länderspiel bei der WM in Südafrika gegen Ghana. Irgendwie war es reichlich leer in Kiel – wenn man einmal von den Menschentrauben vor diversen Leinwänden absieht. Ok, wir geben’s ja zu: Wir waren auch darunter – ohne Kameras und auch ohne Tröten. Rund um’s Public Viewing haben wir dann aber doch noch zwei Acts fotografiert.
Und irgendwie sind wir heute ein wenig platt, die letzten Tage fangen langsam an, an unserer Kondition zu nagen. Das ist aber auch kein Wunder, wenn pro Tag irgendwie nur noch knapp 6 Stunden Schlaf bleiben.

 

Kieler Woche, Tag 5 (Halbzeit)

So, die Hälfte der diesjährigen „Kieler Woche“ ist rum. 32 Acts stehen bisher auf dem Zähler, der Kilometerzähler der gelaufenen Kilometer zeigt nichts mehr an – der ist bereits überdreht.
Der gestrige Abend war aus einem Blickwinkel her bemerkenswert und dieser Blickwinkel wurde uns vom Management von „Selig“ eröffnet: Presseverbot im Graben! Gut, unsere Meinung dazu ist bekannt: Wer nicht will, der hat schon – so einfach ist das! Und dafür kamen dann die „Wohnraumhelden“ vor unsere Linsen und die haben richtig Spaß gemacht.
Ansonsten habe ich endlich die Buslinie entdeckt, die mich schnell vom Hauptbahnhof zur Kiellinie bringt, wo der NDR und das Musikzelt sitzen. Das spart Zeit, Schweiß und Sohlengummi. Die zweite Halbzeit der Kieler Woche möge beginnen – Auswechslungen sind nicht geplant, alles läuft wie gedacht.

 

Kieler Woche, Tag 4

Uff – das war hart in der letzten Nacht: Acht Acts fotografiert, dazwischen im Dauerlauf von Bühne zu Bühne gehetzt und erst um 3:00 Uhr im Bett! Egal, hat dennoch wieder Spaß gemacht.
Spannend war es auch in den Katakomben des Kieler Rathauses (genauer gesagt, im Sitzungsaal I): Dort war das Catering für die Bands aufgebaut und mein Netbook kopierte gerade fröhlich die Inhalte von mehreren Speicherkarten vor sich hin. Unvermittelt kamen zwei Offizielle der Stadt Kiel in den Raum, bemerkten mich und… entschuldigten sich bei mir: „Sie würden auch nur ganz kurz durch diesen Raum durchmüssen und dann nicht mehr weiter stören.“ Ganz generös habe ich als international erfahrener Konzertfotograf Ihnen Absolution erteilt. *grins*

 

Kieler Woche, Tag 3

So, ganz allmählich wird’s ein wenig wärmer hier an der Kieler Innenförde, dennoch sind wir weit davon entfernt, hochsommerliche Gefühle á la Mittsommernacht und so zu bekommen…
Mittlerweile sind wir aber schon wieder ganz in unserer erprobten Routine angekommen, die Arbeitsabläufe haben sich in den ersten zwei Tagen so weit verfestigt, dass wir – trotz relativ vieler Gigs und weiter Wege – recht entspannt unserem Fotografenhandwerk nachgehen können.
Einen Stand mit guten Preisen für Bratwürste bzw. Nackensteaks im Brötchen haben wir auch schon gefunden: Die Sachen schmecken dort genauso lecker wie anderswo, kosten aber nur ca. die Hälfte.
Und der Kaffee backstage an der MAXBühne ist spätabends immer noch sehr wohltuend…

 

Kieler Woche, Tag 2

Moin,

so, die zweite Nacht mit Fotografieren um die Ohren geschlagen und den zweiten Tag mit Bildsichtung, -verschlagwortung und -bearbeitung gut über die Runden gebracht.
Gestern Nacht steppte in Kiel der Bär, „Holstenbummel“ zur Eröffnung der „Kieler Woche“ war angesagt. Neben einigen vernünftigen Menschen waren auch ganz viele Deppen unterwegs, die den Kampf gegen den Alkohol aufgenommen und leider schon recht früh am Abend verloren hatten…
Das Wetter ist kalt und wir sind froh, dass wir vorher noch Sweat-Shirts im rockpixx.com-Design in Auftrag gegeben hatten – nur die T-Shirts unter den Jacken wären zu kalt gewesen und mit Jacke im Graben zu fotografieren ist auch ungünstig, da der Stoff der Windbreaker zu glatt ist und die Kameras leicht von den Schultern rutschen können.
Unsere Netbooks scheinen sich zu bewähren: Zum Einen können wir direkt nach einem Gig die Speicherkarten leeren, die Bilder durchnummerieren, grob vorsortieren und sichten sowie verschlagworten und zum Anderen spart uns das nachts im Ferienhaus jede Menge Zeit, da die Netbooks von ganz alleine den Schwung der gemachten Bilder auf den Server kopieren können. Ein wenig mehr Schlaf also. Obwohl… mehr als 5, maximal 6 Stunden pro Nacht sind eigentlich nicht drin, der Rest der Zeit ist Arbeit.

 

Kieler Woche 2010, Tag 1

Moin (wie man sich hier oben zu jeder Tageszeit sagt),
der Freitag ist traditionell der Soundchecktag auf der Kieler Woche und dient allen auch ein bisschen als warm-up-Tag. Wo wir gerade beim Thema Wärme sind, die hat ein bisschen gefehlt. Obwohl wir einiges in Punkto Kälte gewöhnt sind, war es an der Förde durch den Wind gleich mal gefühlte 10° kälter als auf dem Thermometer. Aber wir wollen ja nicht undankbar sein, denn wenigstens war es trocken. Die paar Nieseltropfen zählen ja hier oben nicht als Regen. Regen wird es hier erst genannt, wenn Fische drinnen sind.
Mit unseren ersten Konzerten sind wir es langsam angegangen. Einer unserer Fotografen hat sich den ganzen Abend im Musikzelt rumgetrieben und dort Größen aus der Zeit der Neuen Deutschen Welle abgelichtet. Während unsere Fotografin die „Unser Norden Bühne“ an der Hörn und die MAXBühne direkt am Hauptbahnhof unsicher gemacht hat. Sie hatte auf der „Unser Norden Bühne“ eine Kultband des New Wave – „Fischer Z“ – vor der Kamera und auf der MAXBühne die Band „Howdy“ mit Country-Music. Der krönende Abschluss dort waren dann die Local Heroes „Skorbut“ – Seemanns-Rock vom Feinsten und ganz bestimmt etwas für Augen und Ohren.