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Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

10 Anzeichen

10 Anzeichen, an denen Du erkennst, dass Du schon zu lange Konzerte fotografierst:

Du fotografierst schon zu lange Konzerte, wenn

  • Du vom lokalen Sportverein gebeten wirst, ein Fußballspiel der E-Jugend zu fotografieren und Du auf dem Sportplatz als erstes nach dem Fotograben Ausschau hältst
  • Du beim abendlichen Romantik-Fotoshooting mit Deiner Urlaubsbegleitung am Mittelmeer hoffst, dass dieser blöde rote Scheinwerfer kurz über dem Horizont endlich ausgemacht wird
  • Du der Ordnungsbehörde zu erklären versuchst, dass sie das Bild von Dir in Deinem Auto in der Tempo 30-Zone mit Blitz gar nicht hätten machen dürfen
  • Du bei der Live-Übertragung eines Rock-Konzertes im TV von der Musik nichts mitbekommst, aber hinterher genau aufzählen kannst, wie viele Fotografen dort mit welchen Kameras im Graben gestanden haben
  • Du gebeten wirst, eine Hochzeit zu fotografieren, das tatsächlich auch machst und Dich dann wunderst, wieso die ersten drei Songs in der Kirche nicht am Stück gespielt werden
  • Du Dir mit Kamera in der Hand aber ohne Stöpsel in den Ohren irgendwie nackt vorkommst
  • Du aus lauter Gewohnheit beim sonntäglichen Zoobesuch mit der Familie an der Kasse nachfragst, ob Du auf der Gästeliste stehst
  • Du aus lauter Gewohnheit beim Kinobesuch an der Kasse nach Deinem hinterlegten Fotopass fragst
  • Du Deinen Weihnachtsbaum statt mit Kugeln und Lametta mit Foto- und Backstagepässen sowie Bändeln dekorieren kannst
  • Du Deine Korrespondenz mit dem Finanzamt wegen Gewährung einer Fristverlängerung zur Abgabe der Steuererklärung routinemäßig mit der Formulierung beendest „Unmittelbar nach erfolgter Bewilligung meines Begehrens wird auf meiner Webseite ein Vorbericht Ihrer nächsten betrieblichen Weihnachtsfeier erscheinen – ich bitte um Übersendung von Informationsmaterial.“
 

50 Gigs, 10 Tage, 2 Fotografen: Wie schafft man das?

Vorbemerkung

Die „Kieler Woche“ 2010 sah das Team von rockpixx.com wieder im Einsatz. Um die ausgesuchten Acts ablichten und tagesaktuell auf unsere Seite bringen zu können, war sowohl im Vorfeld als auch täglich auf der „Kieler Woche“ eine etwas ausführlichere Planung notwendig. Einige unserer Arbeitsabläufe und manche der zum Einsatz gekommenen Technik soll für interessierte Leser hier im Folgenden kurz beschrieben werden.

Im Vorfeld

Das Wichtigste muss natürlich im Vorfeld schon erledigt sein: Das Beschaffen der Akkreditierungen. Dazu muss bekannt sein, welche Bühnen dieses Jahr vorhanden sind, damit die dortigen Ansprechpartner angeschrieben werden können. Auch wenn sich in den letzten Jahren schon ein fester Stamm von Ansprechpartnern herausgebildet hat, so gibt es doch immer wieder Überraschungen. In diesem Jahr haben wir beispielsweise erst nach einiger Korrespondenz herausgefunden, dass für das „Kieler Woche Musikzelt“ erstmalig keine eigene Akkreditierung notwendig ist, sondern der offizielle Ausweis der Stadt Kiel ausreicht.

Parallel dazu werden natürlich schon die Tourdaten der „üblichen Verdächtigen“ regelmäßig beobachtet, Pressemitteilungen ausgewertet und jeden Tag ein wenig mehr auf das vorläufige offizielle Bühnenprogramm aus dem „Kieler Woche“-Informationsbüro gewartet. Dieses trudelte in den ersten Maitagen auch hier ein und ergab die nächste Überraschung: Die „Schankwerk-Bühne“ hatte die Segel gestrichen!

Nun konnten also die Tagespläne der für uns interessanten Acts in einer Excel-Tabelle erstellt werden, so dass wir für jeden Tag alle Bühnen von 17:00 – 3:00 Uhr auf jeweils einem Blatt in der Übersicht hatten. Diese Listen mussten bis unmittelbar vor dem Start der „Kieler Woche“ noch mehrere Male aktualisiert werden, da sich die individuellen Bühnenprogramme noch häufig änderten. Hier half nur das permanente Beobachten der entsprechenden Bühnenwebsites.
Auch noch „nebenbei“ (neben unserem eigentlichen Tagesgeschäft also) laufen noch solche Dinge ab wie: Aufstellen und Ergänzen der Packlisten, Beschaffung aller erforderlichen Technik, Kleidung und weiterer Werbeartikel, welche vor Ort gebraucht werden. Da wir in diesem Jahr zum ersten Mal Medienpartner der „MAXBühne“ am Hauptbahnhof waren, kam hier also im Vorfeld noch ein wenig mehr Arbeit auf uns zu, als wenn wir nur als ganz normale Fotografen unterwegs sein würden. Eine Beschreibung dieser Dinge würde hier aber zu weit führen…

Angekommen im Norden

Am Freitag, 19.06.2010 ging es inoffiziell mit dem „Soundcheck“ aller großen Bühnen los. Die offizielle Eröffnung der „Kieler Woche“ findet ja traditionell mit Politprominenz und dem „Holstenbummel“ immer erst am Sonnabend ab 19:30 statt. Das hieß für uns also, in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni die A7 von einem zum anderen Ende abzureiten, damit wir vor Ort dann noch genügend Zeit für vorbereitende Arbeiten hatten. Zu diesen Dingen gehörten – neben vielen anderen Aufgaben – zwei ganz wichtige Sachen:

1. Einsammeln der Akkreditierungen an den verschiedenen Ausgabestellen zu den vorgesehenen Zeiten und

2. Aufbau und Inbetriebnahme unserer Technik im gemieteten Ferienhaus im Kieler Umland.

Punkt 1 ist sollte eigentlich relativ einfach abzuhandeln sein, ergab vor Ort aber dennoch immer wieder spannende Momente, die uns unseren Tagesplan gehörig durcheinanderwürfelten: So waren beispielsweise unsere Fotopässe vom NDR zum vorgesehenen Zeitpunkt der Abholung noch irgendwo zwischen Hannover und Kiel unterwegs. Wir verschoben diesen Termin von daher auf den nächsten Tag – irgendwelche Zeitreserven würden sich dort schon noch finden lassen.

Punkt 2 war relativ einfach gelöst. Wir bauten die folgenden Dinge auf: Einen ACER Homeserver, einen Desktoprechner mit zwei Schirmen und dem Adobe CS4-Zeugs drauf (CS5 und Lightroom 3 waren zu diesem Zeitpunkt zwar schon bestellt und eigentlich auch schon da, sollten aber nicht zum Einsatz kommen), ein Notebook für die Fotografin und zwei ASUS Netbooks für den mobilen Einsatz als „Imagetank deLuxe“. Auf den Netbooks waren installiert: „Total Commander“ als Dateimanager, die Freeware „Microsoft ProPhoto Tools“ zum Verschlagworten der zu machenden Bilder (kann XMP-Dateien für RAWs schreiben), IrfanView als externer Viewer. Systemseitig wurde das mitgelieferte Windows 7 noch mit dem „Canon RAW Codec“ aufgehübscht, damit die gemachten RAWs auch entsprechend betrachtet werden konnten. Zusätzlich gab’s auf den Netbooks noch eine freie Version von „SoftMaker Office“, damit unterwegs eine brauchbare Textverarbeitung für das Verfassen der Reviews zur Verfügung stand – ein wenig Luxus sollte schon sein. Alle Rechner waren im Ferienhaus miteinander vernetzt und hingen an einer Internetanbindung, die diesen Namen nicht wirklich verdiente.

Und dann konnte es unseretwegen losgehen: Die Ausrüstung für beide Fotografen (je zwei bzw. drei DSLRs jede mit nur einem Objektiv, je ein Netbook plus Cardreader, Reserveakkus und die Ohrstöpsel) war in zwei Wanderrucksäcken verstaut, die Tasche mit den Ersatzklamotten (falls wir unterwegs völlig durchnässt werden würden) war ebenfalls gepackt und unser Werbebanner hing mittlerweile auch schon an der „MAXBühne“.

Vielleicht noch eine Anmerkung zum Thema „Wanderrucksack“. Wir haben uns bewusst für solche Teile entschieden und nicht für Fotorucksäcke oder –taschen: Erstens wecken diese Teile keine Begehrlichkeiten, da jede Menge Volk ebenfalls mit solchen Rucksäcken unterwegs ist, um praktischerweise die mitgeführten alkoholischen Getränke irgendwo verstauen zu können. Und zweitens brauchen wir für den Rest des Jahres solche (teuren) Spezialteile nicht, normale Wanderrucksäcke lassen sich aber immer und vielseitiger verwenden. Polstert man die Rucksäcke mit zwei normal großen Frotteehandtüchern aus, dann lassen sich dort im Hauptfach gut geschützt drei DSLRs mit Batteriegriff sowie jeweils angeflanschtem EF-S 10-22, EF 2.8 24-70L und EF 2.8 70-200 L unterbringen, ohne dass die Kameras direkten Kontakt miteinander haben. Zudem sind sie mit einem Griff herausgezogen und einsatzbereit.

Ein typischer Tagesablauf

… sah in etwa wie folgt aus:
Zwischen 8:30 Uhr und 9:00 Uhr begab ich mich an den Desktop, um in Adobe Bridge die Bilder vom Vortag zu sichten und zu bearbeiten. Dazu waren in der vergangenen Nacht die (idealerweise bereits verschlagworteten und grob gesichteten) RAWs von den Netbooks über das Netzwerk auf den Server kopiert worden. Sie lagen pro Gig in einem separaten Ordner auf dem Server vor. Da Bridge eine Weile brauchte, um die Bilder einzulesen, wurden in dieser Zeit noch fehlende Reviews geschrieben und ebenfalls auf dem Server abgelegt, sowie die dringendsten Arbeiten für unsere anderen Kunden erledigt.

Wenn Bridge endlich alle Bilder eingelesen hatte (mitunter, an „ergiebigen“ Abenden kamen da schon mehr als 1.000 RAWs zusammen), dann ging die „Feinsichtung“ los: Es hat auf rockpixx.com ja Tradition, dass pro Gig immer nur 10, in Ausnahmefällen auch einmal 20 Bilder gezeigt werden. Diese galt es nun, zu finden. Bei der Auswahl spielen immer verschiedene Kriterien eine Rolle – welche das jeweils waren, wurde von Fall zu Fall auf dem großen Schirm des Desktops entschieden. Diese Bilder wurden nun in CameraRaw entwickelt und durchliefen anschließend im PhotoShop eine selbstgeschriebene Aktion, welche die Bilder für’s Web herunterrechnete, nachschärfte und mit unserem Logo versah. Zudem wurde von jedem Bild noch ein Thumbnail erstellt und ein Teaserbild für diesen Gig erblickte auch noch das Licht der Welt. Sobald die Bilder eines Gigs fertig waren, lud unsere Fotografin von ihrem Notebook aus die Bilder per FTP auf den Webserver und fütterte die Datenbank von rockpixx.com mit den entsprechenden Bildnummern sowie dem dazugehörigen Text des Reviews. Dann galt es noch, den abgelichteten Musikern eine kurze Information via MySpace, Facebook, Gästebuch oder eMail zukommen zu lassen, dass die Bilder von Ihrem Auftritt online waren. Spätestens ab 10:00 Uhr eines jeden Tages konnten wir an den Zugriffszahlen auf rockpixx.com ablesen, dass die Leute auf die Bilder vom Vortag warteten…

Als letzte Aktion wurde auf der Startseite von rockpixx.com noch der Ticker mit den „Neuzugängen“ angepasst und ein kurzer Eintrag auf blog.rockpixx.com verfasst. Je nachdem, wie viele Acts in der vergangenen Nacht von uns abgelichtet worden waren, waren wir immer irgendwann zwischen 13:00 und 16:00 Uhr mit diesen Arbeiten fertig. Parallel dazu mussten wieder alle Akkus aufgeladen sowie die Speicherkarten formatiert werden.

Ebenfalls irgendwann im Laufe dieser Zeit nahmen wir uns auch unseren Plan mit den Acts vom kommenden Abend vor und klärten ab, wer von uns wann an welcher Bühne fotografieren würde. Dazu muss man wissen, dass die Bühnen über die gesamte Kieler Innenstadt verteilt sind, die interessanten Acts zeitweilig zur gleichen Zeit beginnen und auf den meisten Bühnen abends ein Programm in zwei Schichten gefahren wird. Das meint, dass beispielsweise Hauptact-1 auf Bühne 1 und Bühne 2 jeweils um 19:00 bzw. 19:30 beginnt und Hauptact-2 auf Bühne 1 dann schon um 21:00 Uhr, auf Bühne 2 aber erst ab 22:00 laufen wird. Die Bühnen 3 bis 5 haben aber auch noch interessante Acts, so beispielsweise um 18:00 Uhr, 20:30 Uhr und 21:30 Uhr. Um da unnötige Laufereien und Zeitverluste zu vermeiden, muss schon im Vorfeld der abendliche Zeitablauf optimal geplant sein. Zudem ist einzuplanen, dass bei Topacts wie Nena beispielsweise spätestens 90 Minuten vor dem Konzert vermutlich kein Durchkommen zum Graben mehr möglich sein wird, weil einfach schon zu viel Publikum anwesend ist. Gerade die „Unser Norden-Bühne“ an der Hörn hat einen nicht leicht erreichbaren Graben. Beim NDR am Ostseekai ist das besser gelöst: Selbst wenn der Platz proppevoll ist, kommt man (nach ein paar netten Worten mit den Ordnern) recht gut „auf Seitenwegen“ nach vorne. Lustig wird’s auch, wenn die Startzeiten nicht eingehalten werden, aber auf dem Zettel für später noch Acts an anderen Bühnen warten – da kann einem dann schon einmal etwas mulmig im Bauch werden. Ein guter Garant für diese Gefühle der anderen Art war übrigens stets das „Kieler Woche Musikzelt“: Die haben’s nie geschafft, pünktlich anzufangen…

Gegen 17:00 ging es dann wieder los Richtung Kiel. Kiel ist zur „Kieler Woche“ verkehrstechnisch eine mittlere Katastrophe: Hunderttausende von „Sehleuten“ – oft mehr oder weniger stark alkoholisiert und/oder im Fußball WM-Fieber versuchen, den Massen von Autos, Bussen und Taxen die wenigen nicht von einer Vollsperrung betroffenen Straßen in der Innenstadt streitig zu machen. Ampeln sind hübsche bunte Lichtzeichengeber, die ansonsten aber keinerlei Sinn zu haben scheinen. Parkplätze in der Innenstadt gibt’s – wenn überhaupt – nur in einigen wenigen Parkhäusern. Meistens hatten wir allerdings Glück und konnten in unmittelbarer Nähe unseres „Wohnzimmers“ (aka „MAXBühne“) einen Platz für unseren Wagen finden.

Und dann begann die Lauferei zur Bühne, Warterei vor der Bühne, Fotografiererei im Graben für einen bis drei Songs und das sich daran anschließende Kopieren der Speicherkarten auf das Netbook – falls dafür Zeit vorhanden war. Zum Glück sind unsere Speicherkarten mit einer Kapazität von 8 GB bzw. 16 GB groß genug dimensioniert, um auch von mehreren Gigs die Bilder aufnehmen zu können. Das erschwert natürlich später beim Kopieren das „Auseinanderfieseln“ und Zuordnen der Dateien zu einem Gig, lässt sich bei Zeitproblemen aber nicht immer vermeiden. Spätestens am Ende eines jeden Abends fanden wir uns dann wieder backstage an der „MAXBühne“ zusammen und hier werden dann die letzten Kopiervorgänge und Verschlagwortungen vorgenommen. Unsere Fotografin schaffte es oft sogar noch, schon die ersten Grobsichtungen ihres Bildmaterials vorzunehmen und einige Reviews zu schreiben – ich dagegen nie.

Meistens sind wir dann irgendwann zwischen 0:30 bis 2:30 Uhr wieder im Ferienhaus gewesen und hängten dann die Netbooks an den Server und ließen diese kopieren. Schnell wurde noch der Ticker auf der Startseite von rockpixx.com mit den für den nächsten Tag zu erwartenden Bildern angepasst und dann und fielen Fotografin und Fotograf reichlich müde ins Bett.

Nachbetrachtung

Nun ist die „Kieler Woche“ 2010 also seit knapp zwei Wochen beendet und so langsam sind unsere letzten Nachbereitungen auch durch – das übliche Tagesgeschäft hat uns wieder. Aber: Eigentlich ist nach der „Kieler Woche“ immer auch schon wieder vor der „Kieler Woche“. Insofern laufen bei uns im Hintergrund schon wieder die ersten Überlegungen und Vorplanungen für die „Kieler Woche“ 2011 an…

Fazit

1. Es hat Spaß gemacht.

2. Es war anstrengend.

3. Ich werde langsam zu alt für diesen Scheiß.

4. Ich freue mich schon auf die „Kieler Woche“ 2011.

 

Musiker und deren Wunsch nach Bildern

Moin,

in Nachbetrachtung der diesjährigen „Kieler Woche“ möchte ich einmal ein paar Beispiele für die Vorbringung von Bilderwünschen seitens einiger Bands / Musiker / Managements / Veranstalter vorstellen. Ich werde hier absichtlich keinerlei Namen nennen, einige Texte sprechen für sich…

Beispiel-1:

Hallo hallo!!!
Super-Fotos habt ihr gemacht. Die gefallen uns sehr sehr gut.
Gibt es eine Möglichkeit, dass wir die Bilder, die von uns gemacht worden sind, bekommen könnten?
per Mail oder irgendwie von einem Server zum Download?
Das würde uns sehr freuen! [...]

Ich frage mich beim Lesen einer solchen Mail, wie wohl meine Anfrage zwecks Downloadmöglichkeiten von Musik dieser Band beantwortet werden würde…

Beispiel-2:

Moin Moin,
Super Bilder die du gemacht hast.
Hätte sie gern in voller Größe (auch gern alle, solltest du noch mehr gemacht haben)
Da wir neue Flyer machen werden und unsere neue CD auch mit live pics bewerben, würde ich eure bilder gerne mit reinnehmen, natürlich mit “www.rockpixx.com” nennung [...]

Auch nicht schlecht, gleich noch die Bilder für Print anzufragen, immerhin wird aber schon eine Namensnennung angeboten.

Beispiel-3:

hi…ich würde gerne pics erwerben ( ihr habt ja ja noch deutlich mehr) welche konditionen habt ihr denn ? [...]

Das ist doch ‘mal wirklich nett, vor allem, weil noch eine zweite Mail mit der Handynummer hinterherkam und uns sogar noch ein Anruf während der Rückreise auf der A7 erreichte, in dem nachgefragt wurde, warum die Anfrage-Mails denn schon seit zwei Stunden unbeantwortet gebleiben seien.

Beispiel-4:

Hallo!
Klasse Fotos – wie schon letztes Jahr. Wir sind begeistert!
Stellvertretend wollte ich fragen, ob wir sie ergänzend zu unseren eigenen Fotos für die Galerie unserer Homepage benutzen dürfen?
Das würde uns sehr freuen! [...]

Immerhin kam noch eine nette Absage hinterher, in der erklärt wurde, dass der Preis für unsere Bilder sicherlich gerechtfertigt sei, aber die Band dann doch lieber davon Abstand nehmen möchte… (Sicherheitshalber fragte die Band dann noch an, ob sie wenigstens einen Link auf http://rockpixx.com setzen dürfen, oder ob dieser auch kostenpflichtig sei – natürlich ist ein Link nicht kostenpflichtig, wir sind doch keine Halsabschneider.)

Sehr nett auch die folgende Anfrage (Beispiel-5):

Hallo,
Sie haben ein paar schöne Fotos von in Kiel gemacht. Eines davon würden wir gerne auf unserer Website (mit Ihrer Namensnennung ?) veröffentlichen.
Wäre das möglich ? [...]

Nach unserer ersten Antwort wurde sofort ein Bild erworben, nach weiteren Anfragen der Band dann noch ein paar Bilder. Alles sehr nett und äußerst unkompliziert. Diese Band ist übrigens von allen hier vertretenen Korrespondenzbeispielen am längsten im Geschäft.

Beispiel-6 scheint bezeichnend für Partybands und deren Gewöhnung an die von mir so geliebte Spezies der „Partyknipser“ zu sein:

Hallo Rockpixx – Team!
Wir würden gern die von Ihnen gemachten Bilder für unsere eigene Galerie auf der Homepage nutzen und bitten hiermit um Erlaubnis.
Des Weiteren würde ich gern wissen, ob eventuell noch mehr Bilder von diesem Konzert entstanden sind. Vielleicht könnten Sie mir diese dann per Mail senden. [...]

Unsere Standard-Antwortmail mit den Konditionen für die Bildnutzung, dem Aufzeigen einer Erwerbsmöglichkeit von Bildern plus dem Angebot, unverbindlich eine geschützte Galerie mit weiteren gemachten Bildern ins Web zu stellen, wurde dann wie folgt beantwortet:

Hallo Alexander!
Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ihr braucht keine extra Galerie für uns einrichten, trotzdem Danke für das Angebot. Da ihr eine sicher gerechtfertigte Gebühr für die Bilder erhebt, kommt eine Nutzung unsererseits allerdings nicht in Frage, da wir üblicherweise Bilder, die von uns genommen werden, frei und ohne Gebühr nutzen dürfen. [...]

Wieso habe ich spontan nur wieder den üblichen Knipser mit DSLR, Kitobjektiv, Batteriegriff und Aufsteckblitz vor Augen, der happy ist, wenn er seine Kamera einmal vor die Bühne ausführen kann – vielleicht noch für ein Freigetränk auf Kosten des Veranstalters oder der Band? Als Gegenleistung liefert er natürlich kurz nach dem Gig sämtliche Bilder (am besten noch bearbeitet) zum Nulltarif auf DVD gebrannt bei der Band ab.

Fazit: Der tägliche Brötchenerwerb kann mitunter ganz schön anstrengend / belustigend / Entsetzen hervorrufend sein, zumindest, wenn es um die Nachbereitung der eigentlichen Arbeit geht.

Andererseits gibt’s aber auch durchaus Bands / Musiker / Managements / Veranstalter, bei denen die Wertschätzung für die Arbeit Anderer noch nicht dem Egoismus geopfert worden ist. Das wiederum stimmt mich positiv und lässt mich weiterhin an das Gute auf dieser Welt glauben.

 

Danke an Nena – es geht also doch!

Moin,

[ → hier ] hatten wir ja noch die Fans des Nena-Konzertes vom 26.06.2010 in Kiel bedauert, denen das Fotografieren untersagt worden war.

Nun ist von „Nena-offizieller“ Seite nahezu zeitgleich in der [ → Nena Community ] die Information gekommen, dass Fans die ersten drei Songs ohne Blitz fotografieren dürfen. Das verdient unseren uneingeschränkten Applaus.

Danke Nena! (Wir wussten doch schon immer, dass Du schwer in Ordnung bist.)

 

Canon EOS 7D auf Konzerten

Moin,

Einleitung

Viel habe ich bereits über die neue 7D von Canon gelesen – wenig allerdings an Erfahrungsberichten aus der Konzertfotoszene. Und so bin ich eine ganze Weile um sie herumgeschlichen, bis ich mich entschlossen hatte, eine zu erwerben. Bislang hatte ich ja alle meine Gigs mit drei 20D fotografiert, in Ausnahmefällen kam sogar noch die alte 300D zum Einsatz. Und eigentlich reichten die Resultate aus, allerdings: Ein moderneres Werkzeug kann auch nicht schaden…

Erste Erfahrungen

Nun kam also die 7D zum ersten Mal zum Einsatz – und das gleich bei dem ersten Metal-Konzert, welches ich fotografiert habe. Licht war wenig bis kaum vorhanden und so konnte ich gleich den Härtetest mit hohen ISO-Einstellungen machen – doch der Reihe nach…

Handling:

Die 7D fühlt sich am Griff ein wenig kantiger an, als die 20D. Dadurch, dass das Daumenrad ein wenig kleiner zu sein scheint (ich habe das jetzt nicht nachgemessen) und auch ein wenig schwergängiger ist (vielleicht sind die an meinen 20D auch mittlerweile nur ausgeleiert), muss ich mich erst einmal bei der Bedienung ein wenig an das andere „Anfassgefühl“ gewöhnen. Insbesondere bei Hochformataufnahmen mit angeflanschtem Batteriegriff fällt das stärker auf. Der Rest ist halt canon-typisch, die vielen zusätzlichen Knöpfe stören mich nicht weiter und fügen sich logisch in das vertraute Bedienkonzept ein. Beeindruckend ist das große Display, hier ist der Unterschied zur 20D dramatisch.

Der Sucher hat zwar 100%-Abdeckung, das fällt aber eigentlich kaum ins Gewicht. Was allerdings sehr stark auffällt, das ist eine gesteigerte Brillianz, Helligkeit und Klarheit im Vergleich zur 20D.

Weiterhin fällt auf, dass die 7D leiser als die 20D ist und der Spiegelschlag auch nicht so sehr „rumpelt“ bzw. die Kamera erbeben lässt.

Geschwindigkeit:

Der AF ist phänomenal schnell. Gerade in sehr dunklen Lichtsituationen ist er sehr „bissig“ und greift schnell zu. Hier ist ein deutlicher Vorsprung gegenüber der 20D auszumachen. Bei gleichen Objektiven (10-22 EF-S, 24-70 2.8 L, 70-200 2.8 L) braucht die 20D wesentlich länger, um ein Ziel auszumachen – trotz Beschränkung auf das mittlere AF-Feld. An der 7D hatte ich den Zonen-AF gewählt und egal, wohin ich fokussierte, er traf fast immer und das sofort und ohne Verzögerung. Das war etwas, was ich bei den ersten Testschüssen (Landschaft vom Balkon, Katze im Dämmerlicht, etc.) nicht so deutlich bemerkt hatte. Im Konzert mit den schnellen Bewegungen der Musiker und den schlechten aber dennoch wechselnden Lichtverhältnissen spielte die 7D gegenüber der 20D allerdings ihren Entwicklungsvorsprung deutlich aus.

Sehr bemerkenswert auch der große Puffer der Kamera. Konzerte fotografiere ich standardmäßig in RAW. Ein RAW der 20D bringt etwa 7 – 9 MB auf die Waage, eines der 7D zwischen 28 – 32 MB. Ist bei der 20D bei Reihenaufnahmen meistens nach dem dritten oder vierten Bild erst einmal Warten angesagt (ich hasse die Anzeige „busy“ im Sucher), so wird die 7D zwar nach dem vierten oder fünften Bild etwas langsamer, auslösen kann ich aber dennoch immer noch. Ich hatte sicherheitshalber eine SanDisk Extreme mit 60 MB/s (UDMA) in der 7D, weil ich gelesen hatte, nur mit dieser Karte könne die Geschwindigkeit der Kamera so richtig ausgereizt werden. Gegen Ende des Konzertes packte ich dann eine alte 120x Karte in die Kamera und die funktionierte auch ohne große Geschwindigkeitseinbußen – allerdings gehöre ich auch nicht zu den Fotografen, die mit „schwerem Zeigefinger“ den Auslöser permanent bei höchster Bildfolge durchgedrückt halten.

Bildqualität:

Die erste ISO-Einstellung war 4.000. Hatte ich bei der 20D bislang maximal 1.600 genutzt, so wollte ich hier mit der 7D gleich „in die Vollen“ gehen und sehen, wie sie sich bei dieser Empfindlichkeit schlägt. Schon nach kurzer Zeit war allerdings klar: Es ist zu dunkel bei den Metallern! Also die Kamera auf 6.400 gedreht und auf die Überraschung zu Hause am Rechner warten… Die Überraschung kam und sie war nicht negativ. Natürlich rauschen Bilder, die unter schlechtem Licht mit ISO 6.400 gemacht werden – gar keine Frage. Sie rauschen aber nicht stärker, als diejenigen, welche mit der 20D unter denselben Bedingungen mit ISO 1.600 gemacht werden. (Die Rauschunterdrückung in der 7D stand übrigens auf „standard“.) Das RAW in ACR entwickelt, das Bild verkleinert und nachgeschärft und es ist beim JPEG kein Unterschied zwischen der 7D und der 20D zu entdecken. Mithin habe ich also einen Vorteil von zwei Blendenstufen bei qualitativ gleichem Output zu verzeichnen. Ich bin allerdings auch kein „Pixelpeeper“, der bei einer 400%-Ansicht auf dem Monitor in ISO 100-Bildern ein leichtes Rauschen ausmachen will. Mir reicht es völlig, wenn das fertige Bild auf dem Bildschirm oder im Print bei angemessenem Betrachtungsabstand brauchbar aussieht – den Käufern meiner Bilder geht es im Übrigen ebenso.

Vorläufiges Fazit

Die Anschaffung der 7D war eine gute Entscheidung. Ich habe nun ein Werkzeug, welches unter schlechten Lichtverhältnissen besser fokussiert, schnellere Bildfolgen ermöglicht, bzw. nach ein paar gemachten Reihenaufnahmen schneller wieder einsatzbereit ist und bei schlechten Lichtverhältnissen eine deutlich bessere Performance bezüglich ISO-Empfindlichkeit liefert.

Natürlich ist es ein wenig unfair die betagte 20D als Vergleich heranzuziehen, aber ich kann ja nur über die Kameras schreiben, die mir zur Verfügung stehen. Einen vergleichbaren Effekt hinsichtlich der Verbesserung meines Arbeitswerkzeuges hatte ich vor vielen Jahren, als ich erstmals die 20D im Vergleich zur 300D in den Händen hatte.

Bilder (nein, keine RAWs und erst Recht keine 100%-Crops) sind auf der Gigs-Seite von http://rockpixx.com zu sehen – dort einfach einmal nach Memmingen, 13.03.2010 bzw. „Secret Sphere“, „Freedom Call“ oder „GammaRay“ Ausschau halten. Wer dort die Bilder aus der 7D von denen unterscheiden kann, die mit den beiden 20D gemacht worden sind, der sieht mehr als ich…

Schlußendlich

… steht für mich fest, dass die beiden verbliebenen 20D damit rechnen müssen, sehr bald ebenfalls durch eine weitere 7D ersetzt zu werden.

 

Rückblick 2009/1: Mellotron, Leslies und Theremin

So… die ruhigere Zeit „zwischen den Jahren“ ist da und es ist allerorten angesagt, einen Jahresrückblick zu verfassen – warum also nicht auch in diesem Blog?

Fangen wir doch einmal mit dem exotischen Musikequipment an, welches mir dieses Jahr auf diversen Bühnen begegnet ist:

Theremin:
Theremin, gespielt von DolceNera
Los ging’s im Juni mit einem [ →> Theremin ], sehr virtuos gespielt von [ → Dolcenera ]. Ein in der Rockmusik recht exotisches Instrument, welches aber einen erstaunlichen Klang hervorbringt.

Leslie-Lautsprecher:
Leslies und Hammond von Demon's Eye
Leslies und Hammond von Demon's Eye
Ebenfalls im Juni konnte ich erstmal live die Kombination von Hammond-Orgel und
[ →> Leslies ] bei [ → Demon's Eye ], einer Deep Purle-Tributeband, erleben. Das war um so spannender, als dass ich gut eine Woche zuvor die [ → Originale ] vor den Kameras hatte, und diese mittlerweile auf dieses Equipment verzichten.

Mellotron:
Mellotron von Barclay James Harvest
Und zum Dritten gab’s dann im August für mich noch eine Premiere bei
[ → John Lees' Barclay James Harvest ]: Hier kam ein [ → Mellotron ] zum Einsatz. Zum Glück hatte es nach vorne hin die Abdeckung in Form einer Scheibe aus Acrylglas und war intern beleuchtet, so dass die sich bewegenden Bandschleifen sehr schön zu sehen waren.

Ich bin ‘mal gespannt, was die nächste Zeit noch so bringen wird…

 

Marillion…

Moin,

ganz kurz: Vorhin hat uns eine Nachricht erreicht, die für Freude gesorgt hat: Der offizielle Marillion-Kalender 2010 hat mindestens für die Monate Januar bis April Bilder von rockpixx.com.

Kalender „Marillion 2010“

Vermutlich werden wir in diesem Herbst auch noch die Promotour für das neue Album „Less is more“ begleiten – aber das ist noch nicht ganz spruchreif, uns fehlt es schlichtweg an Zeit…

 

Bildernutzung bzw. Bilderklau

Moin,

ich mag ja schon gar nicht mehr in mein Postfach gucken…

Wenn ich dort Mails finde, die sinngemäß etwa folgendermaßen lauten:

„Hallo, ich habe gerade Eure Bilder auf rockpixx.com gesehen und finde die ja sowas von toll! Gerne würde ich die auch auf
[ ] meiner Homepage
[ ] meiner MySpace-Seite
[ ] meiner Facebook-Seite
[ ] meiner Lokalisten-Seite
[ ] meiner xyz

(sucht Euch irgendetwas zum Ankreuzen aus)
in meiner Galerie zeigen. Kannst Du mir die Bilder noch einmal in hoher Auflösung und möglichst ohne Logo schicken?“

- dann mag ich in Outlook schon gar nicht mehr wirklich auf den „Antworten“-Konpf drücken.

Immerhin kann ich den Mailversendern ja noch zugute halten, dass sie wenigstens vorher fragen und ich nicht irgendwann einmal durch Zufall oder durch einen Hinweis über unsere Bilder auf fremden Seiten stolpere. Aber dieses „würde ich gerne umsonst erwerben“ (um einmal einen anderen Fotografen zu zitieren), ist einfach nur noch entnervend: Erwidert man nichts, dann gilt das als stillschweigende Zustimmung zum Bilderklau, schreibt man zurück „Gerne, wohin darf ich die Rechnung schicken?“, gilt man als arrogant beziehungsweise geldgeil. Egal, was man macht, der Ärger ist vorprogrammiert und wieder einmal ist wertvolle Zeit mit so etwas Sinnlosem verplempert worden.

Natürlich ist es ein schönes Gefühl, wenn die eigenen Bilder auch anderen gefallen, dennoch bleibt ein schaler Nachgeschmack ob der Gedankenlosigkeit einiger Zeitgenossen in den Zeiten des Web 2.0.
(Weniger Wohlmeinende würden das als „Dreistigkeit“ etikettieren.)

Vermutlich bin ich nur hoffnungslos altmodisch, dass mich so etwas überhaupt noch beschäftigt und ich darüber sogar einen Blogeintrag verfasse. Andererseits aber trägt die Fotografie für Menschen wie mich zu einen Gutteil auch zum Lebensunterhalt bei – von daher möchte ich einmal den Bäcker sehen, der seine Sahnetorte an einen Interessenten verschenkt, nur weil diese so lecker aussieht.

 

Hanau? Ohaueha!

Moin,

irgendwie leide ich auch nach ein paar Tagen immer noch an dieser Stadt…

Alles fing damit an, dass ich vom ersten Hotel auf meine Buchungsanfrage keine Rückmeldung erhielt. Die Zeit wurde knapp, also griff ich zum Telefon und hörte die Ansage “Zur Zeit befinden wir uns im Urlaub, blabla…” Toll! So etwas kann doch auch durch einen kurzen Hinweis auf der Homepage bekannt gegeben werden – oder?

Also das nächste Hotel. Meine bessere Hälfte findet auch eins, welches tatsächlich geöffnet hat und die Buchungsanfrage und -bestätigung läuft auch richtig professionell ab. Anschließend bekommt sie am Telefon noch mitgeteilt, dass das Hotel zwar über keine eigenen PKW-Stellplätze verfüge, aber direkt auf der anderen Straßenseite sei ein großer Parkplatz. Na ja – immerhin besser als gar nichts.

Am Sonnabend Vormittag mache ich mich also nach dem Barock-Gig und einen guten Hotelfrühstück in Fulda auf in Richtung Hanau. Mein Navi weiß natürlich wieder einmal besser, welche Strecke ich zu fahren habe und so kann ich also kilometerweit von der Landstraße aus die parallel laufende Autobahn nach Hanau betrachten – egal, ich habe Zeit. In Hanau selbst komme ich gut durch, finde das schnell Hotel und – natürlich keinen Parkplatz! Alles derartig überfüllt, dass ich erst in 10 Minuten Entfernung im Parkverbot die erste freie Lücke finde. An der Rezeption bekomme ich die tröstende Information, dass es ab 16:00 Uhr in der Innenstadt besser werde. Toll!

Nach einem erneuten Umparken des Wagens und Füttern des Automaten (Höchstparkdauer 2 Stunden, Automat wechselt nicht, nur noch 5 Gehminuten vom Hotel entfernt) checke ich also mitsamt Gepäck und schwerer Equipment-Tasche ein und laufe anschließend noch ein wenig durch die Fußgängerzone, um die Wartezeit bis zum Ablaufen meines Parkscheines zu überbrücken, damit ich einen neuen, diesmal unbefristeten Parkplatz finden kann. Normalerweise pflege ich mich in solchen Situationen vor einem Gig noch einmal im Hotel kurz auszuruhen. Die Müdigkeit überwiegt dann schließlich auch und ich steuere erneut das Hotel an, um mich hinzulegen – ein bewusstes Überziehen der Parkdauer nehme ich in Kauf, dafür werde ich dann halt früher als gewöhnlich an der Bühne am Amphittheater bei „Echoes“ aufschlagen – so mein Plan.

Also: Fenster zu (es ist tierisch laut da draußen) aufs Bett gelegt und… Was zur Hölle ist das jetzt?!? Direkt über meinem Kopf beginnt ein Abrisskommando von Handwerken seine Nachmittagsschicht! Vorsichtig linse ich durch die schützend vor’s Gesicht geschlagenen Hände nach oben zur Decke: Noch keine Risse zu sehen aber der Lärm hält an. Ich beschließe, ihn zu ignorieren, habe aber nicht mit der Kreativität in der Erzeugung verschiedenster nervtötender und lauter Geräusche seitens der Handwerker gerechnet. Nach ca. 20 Minuten stehe ich völlig entnervt wieder auf, ziehe meine Bühnengrabenklamotten an, packe den Rest zusammen und… checke aus!

Meine Parkzeit ist noch nicht abgelaufen, an der Bühne bin ich vor der Band und nach dem Gig sind’s dann also nur noch ca. viereinhalb nächtliche Stunden bei teilweise dichtem Nebel auf der Autobahn, bis ich endlich gegen 3:30 Uhr zu Hause und im eigenen Bett bin.

Fazit: Hanau mag eine schöne Stadt sein aber ich bin für’s Erste bedient. Und wenn jemand wissen möchte, welches Hotel ich dort auf gar keinen Fall empfehlen kann, dann möge er sich vertrauensvoll an mich wenden.

 

Rockfotografen aufgepasst! 7 Tips

Moin,

so ein paar Gigs habe ich ja auch schon auf dem Buckel, da kann es nicht ausbleiben, ein paar Regeln auf die harte Tour zu lernen. Geneigten Einsteigern in diese bizarre Welt möchte ich eine kleine Lebenshilfe in Form einiger Tips mit auf den Lebensweg geben, damit dieser nicht ein unnötiger Leidensweg wird:

1. Wenn Du Dein Hotel via Internet buchst, glaube erst einmal gar nichts von dem, was auf deren Webseite steht.

2. Wenn Du im selben Hotel wie die Band übernachtest, setze Himmel und Hölle in Bewegung, die Nacht nicht mit den Musikern auf der gleichen Etage verbringen zu müssen. Solltest Du in der Etage unter ihnen untergebracht sein, lasse es Dir für das nächste Mal eine Lehre sein und ziehe die notwendigen Konsequenzen. Toll sind übrigens Hotels mit separaten Gästehäusern – bestehe im Notfall darauf, dort unterzukommen.

3. Lasse Dich nie dazu breitschlagen, auch nur einmal „ausnahmsweise“ den Bandbus zu fahren. Falls Dein Herz dennoch zu weich für ein klares „NEIN!“ sein sollte, dann halte um Himmels willen nirgendwo an – erst am Konzertort solltest Du die Türen wieder entriegeln. Lässt Du Dich dennoch breitschlagen, an einer Autobahnraststätte einen Zwischenstop einzulegen, dann wünsche ich Dir jetzt schon viel Spaß damit, die Rasselbande so rechtzeitig wieder eingesammelt zu bekommen, dass Ihr noch ohne halsbrecherische Fahrt rechtzeitig zum Soundcheck am Auftrittsort seid.

4. In diesem Zusammenhang (gell, Du konntest nicht „NEIN!“ sagen, als es um die Tourbegleitung ging?): Mache Dir keine Gedanken darüber, warum Du an der Hotelrezeption nie die Anzahl an Zimmerschlüsseln bekommst, die tatsächlich gebraucht werden – das sind zwei Zahlen, die einfach nicht zusammenpassen.

5. Lasse Dich vor, während oder nach dem Gig nie auf eine Diskussion mit fotobegeisterten Zuschauern über Equipment ein – das führt zu nichts. Gehe einfach davon aus, dass mehr als 90% derjenigen, die Dir ein Gespräch über dieses Thema aufzwingen wollen, irgendwelche Foren-Fotografen sind. Sie wissen zwar ganz genau, dass die Bilder Deiner Kameras in der 200%-Ansicht auf dem Bildschirm im Rotbereich um 23,87% mehr rauschen, als das neueste Modell Ihres favorisierten Herstellers – aber außer unscharfen Bildern Ihres Lieblingsköters in der prallen Mittagssonne haben sie selbst noch nix Brauchbares abgelichtet. Also lächle, täusche vor, Du kämest aus einem exotischen Land und könntest leider kein Deutsch, flüchte in den Backstage-Bereich oder mache sonst etwas. Denke stets daran: Du bist zum Bildermachen hier – nicht zum Diskutieren mit Deppen.

6. Auch wenn es jetzt komisch klingt: Es gibt tatsächlich Fotografen-Groupies. Was Du mit denen anstellst, das musst Du selber herausfinden. Ich persönlich ziehe in hartnäckigen Fällen die Flucht in den Backstage-Bereich vor.

7. Wirf nie zu viele Tips unter die Leute.