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Dateiversand an Kunden

Du willst als Medienschaffender also eine Datei an einen Kunden versenden…

Der Kunde ist hinsichtlich der EDV-Handhabung ein

Blutiger Laie

Speichere die Datei in einem Dateiformat ab, welches der Kunde auch öffnen kann. Erfahrungsgemäß machst Du nichts verkehrt, wenn Du auf Software zurückgreifst, deren Versionen schon vor 5 Jahren beim Kauf des Kunden-PCs beim lokalen Discounter vorinstalliert gewesen sind.
Sei Dir sicher, dass das Postfach des Kunden beim üblichen Freemailer entweder voll ist, keine Anhänge zulässt oder aufgrund vergessener Zugangsdaten sowieso nicht mehr vom Kunden abgerufen wird. Möglicherweise trifft auch keines dieser Probleme zu, dann kannst Du aber sicher sein, dass der Kunde nicht weiß, wie man einen Anhang öffnet. Das Problem ist aber nicht relevant, weil sich nach drei Tagen Wartezeit auf telefonische Nachfrage Deinerseits herausstellt, dass dem Kunden einfällt, er könne ja seine Mails wieder einmal abrufen. In diesem Fall werden vermutlich alle weiter oben erwähnten Probleme mit Mails erst jetzt zum Tragen kommen.
Sicherheitshalber solltest Du gleich dem Kunden ein Fax schicken oder die Datei(en) per CD-ROM postalisch zusenden. Kläre ihn im Beipackzettel zur CD-ROM noch darüber auf, dass diese komische runde Scheibe dort in seinen Rechner hineingesteckt werden muss, wo sich der ausfahrbare Kaffeetassenhalter befindet.
Sei Dir sicher, dass Du in jedem gewählten Übermittlungsfall anschließend länger am Telefon hängst, um das Öffnen der Datei zu erklären, als Du brauchst, um Dich mit ihm über den eigentlichen Inhalt des Dokumentes zu unterhalten.

Normaler EDV-Nutzer

Hier gibt’s in der Regel keine Probleme, wenn Du Dateien in einem völlig üblichen Format versendest, welches schon seit mindestens einem Jahr auf dem Markt zu finden ist. Schlimmstenfalls bekommst Du allerdings als Korrekturvorschlag dann ein zwanzigseitiges Fax mit den angezeichneten Änderungen zurück.

Nerd

Du weißt nicht, was ein Nerd ist?
Schäm Dich und gehe umgehend Dein Postfach beim Freemailer aufräumen!

Dem Nerd kannst Du schicken, was und wie Du es willst – er bekommt alles geöffnet. Zur Not sogar Dateien der Programmversion, die erst in sechs Monaten vom Hersteller als Developer-Version an ausgewählte Eliten verschickt wird.
Wichtiger als das Dokument und sein Inhalt selbst ist aber die Form der Übermittlung: Sinnvollerweise lädst Du das Dokument auf Deinen eigenen Server mit Hochgeschwindigkeitsanbindung hoch (falls Du bei ihm nicht über einen eigens eingerichteten FTP-Zugang auf einem seiner Server verfügen solltest). Anschließend benutze einen der üblichen URL-Shortener und twittere ihm die URL. Sicherheitshalber solltest Du Ihm auch noch kurze Messages in alle Social Networks schicken, in denen er sich üblicherweise aufhält. Sein Smartphone / Tablet / elektrischer Mixer wird ihn in dem Moment benachrichtigen, sobald Du Deine Entertaste gedrückt und wieder losgelassen hat.
Füge auf jeden Fall bei jedem Dokument eine ausführliche Versionshistorie bei (alternativ bei Fotos den kompletten Satz der EXIF-Daten), damit der Nerd anhand dieser Informationen die Qualität des Dokumentes beurteilen kann. Gerade bei Fotos sind diese Daten viel wichtiger als das eigentliche Motiv.

 

Das war 2011

Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Es war für uns das Jahr, in dem wir die bisher meisten Acts fotografiert haben: Erstmals haben wir die Hunderter-Marke mit insgesamt 116 Acts geknackt! In der Gesamtheit ist ja alles auf → rockpixx.com nachzulesen – hier soll dagegen unser persönliches Fazit stehen.

Den Auftakt machte natürlich wieder schon traditionelle die „BAROCK-Winter-Tour“ im Januar mit den Orten Nürnberg, Beverungen und Soest. Dieses Mal habe ich nicht den Tourbus gefahren, da ich zeitgleich einen → Konzertfotografie-Workshop durchgeführt habe und von daher einen etwas anderen Zeitplan als die Band hatte. Nachdem ich schon von 1988 bis 2004 als Referent bundesweit unterwegs gewesen bin, war es wieder einmal eine schöne Erfahrung, Wissen weitergeben zu können. In diese Tour fiel übrigens auch der 250. Act, den wir als rockpixx.com fotografiert haben.

Im Februar dann das erste Highlight: „The Australian Pink Floyd Show“. Durch unsere Kontakte zum Management in London war es möglich, die gesamte Show zu fotografieren, was sehr beeindruckend war.

Bandshooting mit der „Q-Revival Band“

Bandshooting mit der „Q-Revival Band“

Der März brachte zwei aufeinanderfolgende Shows mit der „Q-Revival Band“ in einem Stadttheater plus ein Bandshooting mit den Musikern am Nachmittag des zweiten Tages. Endlich einmal ein „Konzert“, in dem der Fotograf während der Performance die Musiker so stellen konnte, wie er sie brauchte. Zudem hat der Lichtmensch auch auf Fingerzeig genau reagiert und die Scheinwerfer und den Nebel so gesteuert, wie es zuvor abgesprochen war. Eine völlig neue Erfahrung, Musik zu fotografieren. Zum Glück war am Nachmittag kein Publikum anwesend… Am Tag danach bin ich dann im Schneesturm einmal quer durch Süddeutschland gefahren, um den nächsten Konzertfotografie-Workshop in der Nähe von Augsburg abzuhalten.

Tja – und dann im April das absolute Highlight und gleichzeitig eine Premiere der besonderen Art: Erstmals verließ ich Kontinentaleuropa, um in Londons altehrwürdiger Royal Albert Hall „Brit Floyd“ zu fotografieren! Drei Tage London waren schon ein besonderes Erlebnis – immerhin lag mein letzter Besuch dort 25 Jahre zurück. Auch hier noch einmal ein besonderer Dank an Grant Foster von „Barock“ und seine Frau Linda für die Unterkunft während dieser Tage. Unser Review von den „Brit Floyd“ war dann auch das erste in deutscher Sprache und ist sehr oft abgerufen worden bevor die Band in Deutschland auf Tournee gegangen ist.

Im Mai statteten wir dann wieder einmal dem Zirkus Krone in München einen Besuch ab, um dort noch unsere Münchner Lieblingsband „Drown’n’Tears“ zu erleben, bevor dann im Juni die obligatorische „Kieler Woche“ in Deutschlands hohem Norden anstand…
Dort gab es viele Highlights und wenige Flops und den ersten Gig von „Barock“ im hohen Norden. Mann, was waren wir aufgeregt deswegen – schließlich hatten wir dafür gesorgt, dass die Band dort zum ersten Mal auftreten konnte! Jede Menge Wiedersehensfreude mit lieben Menschen in Kiel und Umgebung rundeten zwei arbeitsreiche Wochen ab. Zur „Kieler Woche“ steht ja ansonsten hier im Blog schon eine ganze Menge Text, von daher lasse ich das Ereignis hier jetzt einmal in weiteren Details außen vor – nur so viel: Während ich diese Zeilen schreibe, laufen im Hintergrund schon wieder die ersten Vorbereitungen zur „Kieler Woche 2012“…

Kaum aus Kiel zurück gab’s im Juli einen kurzen Abstecher ins Schwabenland – nur um ein paar Tage danach schon wieder im Norden – dieses Mal in Nordseenähe – auf dem „Deichbrand Festival“ für drei Tage aufzuschlagen.

... und es war Sommer (?)

... und es war Sommer (?)

Es war unsere erste Teilnahme dort und es hat sich gelohnt! Nächstes Jahr gerne wieder, dann aber bitte mit etwas weniger Regen und Sturm! Was während der drei Tage dort an Wassermassen auf mich niedergegangen ist, das spottet jeder Beschreibung. Meine dort getragene lila Regenschutzhose aus den Motorrad-Beständen unserer Fotografin sowie die mit Gaffatape an den Kameras befestigten Mülltüten waren das Gesprächsthema unter den anwesenden Fotografen!

Und drei Wochen später im August war ich dann noch einmal noch weiter nördlich unterwegs, dieses Mal in Husum. Musikalisch war’s eigentlich nicht wichtig, da wir aber für „Hot Legs“ einen Teil des Werbematerials gestaltet hatten und in diesem Zusammenhang auch noch ein Bandshooting stattfinden sollte, kamen also wieder etliche Kilometer auf unserem Zähler dazu.

Unmittelbar danach stand ich dann am anderen Ende von Deutschland in Coburg auf bzw. vor der Bühne: Erst unsere alten Freunde von „MerQury“ bei einem „Queen Classical“ mit Chor und Orchester und dann am Tag darauf unter anderem „Unheilig“. Fünf Tage später dann in der Schweiz zum zweiten Mal auf dem „Arbon Summerdays Festival“ rundeten den ereignisreichen Hochsommer ab.

Der Herbst im September und Oktober brachte dann etwas mehr Ruhe – zumindest im Konzertfoto-Bereich. Die eigentliche Arbeit in unserer → Werbeagentur stapelte sich dagegen turmhoch und sollte (und musste!) irgendwie bewältigt werden. An Konzerten gab’s daher auch nicht viel: Chris de Burgh und zum zweiten Mal „Brit Floyd“. Irgendwie haben wir bei „Brit Floyd“ immer auch mit Premieren zu tun: Dieses Mal war es das erste Konzert überhaupt, welches in der neu erbauten „Kleinen Olympiahalle“ in München stattfand. Auch hier durften wir schon während des Soundchecks und während der gesamten Show fotografieren, gute Kontakte zu Band- und Tour-Management sind eben unbezahlbar. Auch war es sehr interessant, einmal die Eltern eines der Musiker kennenzulernen und mit ihnen sprechen zu können…

Was gab’s noch im Herbst? Alle Jahre wieder (dieses Mal im November) in München „Marillion“, zum zweiten Mal in diesem Jahr „Saga“. „Barock“ waren dann noch in unserer Allgäuer-vor-der-Haustür-Location, der BigBOX in Kempten zu Gast.

Bandshooting „Barock“

Bandshooting „Barock“

Diesen Gig nutzten wir dann auch gleich für ein Bandshooting mit Studiolicht. Die dabei entstandenen Bilder werden die Fans von „Barock“ ab Januar 2012 in Form von Autogrammkarten zu Gesicht bekommen.

Und dann ist das Jahr 2011 am Ende und… Moment! Eine Veranstaltung fehlt noch, ohne diese ist kein Konzertjahr komplett. Richtig, die „Night of the Proms“ in Münchens Olympiahalle stand im Dezember noch auf dem Plan. Gelungen wie immer und natürlich mit John Miles – wie immer.

Das Jahr in Zahlen liest sich dann wie folgt: Fotografierte Acts: 116, zurückgelegte Kilometer: 13.632, auf rockpixx.com (ohne Blog) hochgeladene Bilder: 1.417, in Spitzenzeiten deutlich mehr als 1.000 Zugriffe pro Tag.

Ein ereignisreiches Jahr also, phasenweise sehr anstrengend aber nie frustrierend. Wir werden also weitermachen, im Januar 2012 geht’s mit der „Barock-Winter-Tour“ wieder von vorne los – dieser Tage arbeite ich schon an den Neuerungen für die Bühnenshow – erstmals werden nämlich Videoprojektionen zum Einsatz kommen.

Wir bedanken uns bei allen Besuchern von rockpixx.com und ihr Feedback hier im Blog, auf unserer Webseite und auf facebook , YouTube, Twitter und MySpace. Wir freuen uns, im nächsten Jahr viele Besucher in den Hallen und OpenAir-Locations wiederzutreffen, wir freuen uns gleichfalls auf ein Wiedersehen mit vielen Kollegen in den Fotogräben und natürlich freuen wir uns auch auf ein Wiedersehen mit vielen netten Veranstaltern in ganz Deutschland.

Haben wir wen vergessen? Natürlich! Ganz besonders freuen wir uns auf sehr viele Musiker im nächsten Jahr: Neue, die wir erst noch kennen lernen werden und sehr viele bereits seit vielen Jahren bekannte, die wir wiedersehen werden. Danke auch an Euch, ohne Euch gäbe es rockpixx.com schließlich nicht.

 

Update: Unsere Introbilder

Kurz vor unserem wohlverdienten Urlaub gibt’s noch ein neues Introbild für rockpixx.com:

Introbild 2011 ab Oktober

Zur Galerie mit allen bisherigen Bildern geht’s hier: → Unsere Introbilder

 

Kooperation mit „60 Minuten in Berlin“

So… unser → Interview in der Radio-Sendung „60 Minuten in Berlin“ am 11.09.2011 ist ja gut gelaufen. Zukünftig werden wir dann also ab und zu auch ein paar weitere Bilder und Reviews (und ggf. auch Interviews mit den Künstlern) im Rahmen einer Zusammenarbeit mit 60minuten.net dort veröffentlichen.

Den Anfang machen wir mit → Chris de Burgh.
(Das Review und die Bilder auf rockpixx.com gibt’s natürlich nach wie vor → hier.)

 

Da sucht wieder jemand einen Dummen…

Ja… da bekomme ich eine (telefonische) Anfrage, ein Feuerwerk (gegen Honorar) plus Konzert „professionell“ zu fotografieren, weil meine Bilder positiv aufgefallen sind. Die Feuerwerksbilder will der Feuerwerker als Promobilder für Print- und Onlinezwecke nutzen. Vorläufige Einigung per Telefon mit der Vereinbarung, konkrete Einzelfragen später per Mail abzuklären.

Die später folgenden „Verhandlungen“ laufen dann wie folgt:
- „Ihr bekommt keine Spesen, das Budget ist sowieso schon überzogen.“ (Hotel und Fahrtkosten bleiben also an uns hängen.)
- „Bilder bekomme ich von anderen Fotografen auch immer zum Nulltarif überlassen.“ (Ergo: Kein Honorar für uns.)
- „Aber vielleicht wäre der Veranstalter ja noch an Euren Bildern interessiert…“ (Der Veranstalter hat bereits ein Extrateam für Video und Foto gebucht.)
- „Außerdem habe ich Euch nur eingeladen, weil ich Euch den Gefallen tun wollte, dass Ihr auch einmal ein tolles Konzert fotografieren könnt.“ (Das besagte „tolle Konzert“ wäre eines von → Barock gewesen. Barock sind toll, aber die haben wir vermutlich schon öfter auf der Bühne fotografiert, als der Feuerwerker sie überhaupt jemals gesehen hat.)

Fazit: Veräppeln kann der Feuerwerker andere! Da möchte man ihm doch glatt eine seiner Raketen sonstwohin schieben und diese zünden…

Wunsch: Möge es am Veranstaltungstag in Strömen regnen!

 

Radio-Interview am 11.09.2011

… und noch mal Moin für heute,

Am Sonntag, 11.09.2011 ab 16:00 werde ich vom Berliner (Internet-) Radiosender → „60 Minuten in Berlin“ in der Sendung ab 16:00 telefonisch dazugeschaltet und ein wenig über die Konzertfotografiererei und das Drumherum mit Moderator Viktor Büttner plaudern.

Bin schon ganz gespannt, wie das werden wird. Zeitungsinterviews kenne ich ja, aber live im Radio?

Nachtrag vom 12.09.2011:
Es ist voillbracht (und war gar nicht schlimm). Das komplette Interview gibt’s
auf dieser Seite zu hören.

 

Kieler Woche 2012, Tag -282

Kieler Woche 2011
Moin,

ok, es sind noch gut 280 Tage, bis es wieder losgeht aber ein paar News können ja nicht schaden…

Also – die erste Neuigkeit lautet: Das Plakat ist da! Das Design für’s nächste Jahr kommt dieses Jahr von Ariane Spanier aus Berlin und gefällt mir ganz gut.

Und die zweite Neuigkeit? Vor ein paar Tagen hat mach3 in Kiel ganz lapidar verkündet, dass die drei Radiosender r.sh, delta und Radio NORA im folgenden Jahr nicht mehr die „Unser Norden-Bühne“ betreiben werden. Es gab wohl zu viele Hemmnisse (und wohl auch Umsatzeinbußen bei den dort vertretenen Gastronomen) ob des in diesem Jahr an der Hörn erstmalig ein- und durchgeführten Sicherheitskonzeptes. Wir sind jedenfalls mal gespannt, ob und inwieweit der Wegfall einer etablierten Bühne kompensiert werden kann bzw. wird… Nun bleibt ja für die „großen Namen“ eigentlich nur noch die NDR-Bühne übrig. Die anderen großen Bühnen machen ja eher ein Programm in Richtung „Kultur und von allem etwas“ (Rathausbühne), „Partyacts“ (Musikzelt) und „viele Top-Tributebands“ (MAXBühne). Es wäre fatal, wenn sich (aktuelle) Topacts nur noch beim NDR einfinden würden – sowohl von der musikalischen Vielfalt her als auch von der Lenkung der Besucherströme.

 

Summerdays Festival in Arbon

Es ist das letzte Augustwochenende und wir hoffen, dass uns das Wetter nicht im Stich lässt. Die vorherige Woche stöhnte ganz Mitteleuropa unter der tropischen Hitze und so war für das Wochenende Regen angesagt. Davon ließen wir uns nicht unterkriegen und sind am Freitag Richtung Bodensee aufgebrochen.
So wie letztes Jahr sind wir auch dieses Mal Richtung Backstagebereich gefahren, da die Beschreibung, wo wir parken dürften, irgendwie unklar beschrieben stand bzw. auch nicht so gut in Arbon ausgeschildert war. Also hieß es wieder zurück durch die Stadt auf der Suche nach dem Festivalparkplatz. Unsere Stimmung begann zu sinken. Dann nach einigen Irrwegen fanden wir den Parkplatz und waren ganz schnell 10 Franken los… ein nicht gerade günstiges Vergnügen bei dem Frankenkurs, aber was soll’s.
Dann ging es zurück zum Festivalgelände direkt am Ufer des Bodensees. Nach 15 Minuten strammen Fußmarsches standen wir dann am Eingang zum Gelände um festzustellen, dass wir den ersten Gig des Festivals mit Marla Glen in den Wind schreiben konnten, da sie bereits auf der Bühne stand. Wer sich jetzt fragt, warum wir nicht aus dem Publikum fotografiert hatten, dem sei erklärt, dass dies für die akkreditierten Fotografen ausdrücklich nicht gestattet war. Wir durften die ersten 3 Songs im Graben fotografieren… mehr nicht. Okay damit kann man leben, nur halt nicht so wie diese Regelung in Arbon gehandhabt wurde. Wäre übrigens alles so „normal“ gelaufen, wie im Jahr zuvor, dann hätten wir noch vor Marla Glen alle Zeit der Welt gehabt, um uns ganz bequem und rechtzeitig am Grabeneingang einzufinden.
Also hieß es warten, damit wir in den Graben zu Eric Burdon and The Animals durften.
Nach einer Stunde Wartezeit und Kampf durch die Massen durften wir dann in den Graben bzw. in einen 2m breiten abgesperrten Bereich am äußersten linken Bühnenrand. Da standen wir jetzt… ca. 10 Fotografen wie Sardinen in einer Büchse. Nur der Kollege vom Veranstalter durfte sich im gesamten Graben austoben.
Okay, so sind halt die Regeln, dachten wir… machen wir also das Beste daraus. Aber es kam noch schlimmer: Während der ersten 3 Songs sprang doch tatsächlich ein Kollege der „bewegten Bilder“ (alle Konzerte wurden auf Video mitgeschnitten) ständig vor den 2m Graben herum, aus dem wir versuchten, unsere Arbeit zu machen. Mehr als einmal fluchten wir, weil uns die Sicht auf die Musiker verdeckt wurde. Zudem sahen wir aus unserer Position auch nur den Rücken des Keyboarders, der Bassist war von den Keyboards komplett verdeckt und der Gitarrist war im hinteren Teil der Bühne ob deren Höhe sowieso nicht auszumachen.
Nach den 3 Songs wurden wir aus unserem Pferch wieder in den Publikumsbereich entlassen. Und nun hatten wir 2 Optionen – zum einen einfach warten und dann das gleiche Spiel wiederholen. Eine Bearbeitung der gemachten Aufnahmen war nicht möglich zwischen den feiernden Zuschauern. Die zweite Option war, sich aus den Massen herauszukämpfen, irgendwo eine Sitzgelegenheit zu finden, wo wir schon mal die Aufnahmen sichten konnten und uns dann im Anschluss wieder zurückzukämpfen. Dieses Spiel hätten wir dann noch 3 Mal an diesem Abend machen dürfen.
Wir entschieden uns für die 3. Option: Equipment einpacken und das „Summerdays“ „Summerdays“ sein lassen. Wir hatten den Eindruck gewonnen, dass die Veranstalter keine Fotografen vor Ort haben wollen, da sie ja ihren eigenen Fotografen im Graben hatten. Damit haben wir im Grunde genommen kein Problem, doch dann sollte man als Partner so fair sein, dieses schon bei der Akkri-Anfrage zu sagen. Das hätte uns viel Zeit und auch Kosten gespart. Zur ganzen Situation vor Ort passte übrigens auch der mit der Akkri-Bestätigung unter „ferner liefen“ mitgeschickte lapidare Hinweis, dass es keinen Pressebereich auf dem Festivalgelände mehr geben würde. Schade – wo soll man dann noch sein Zeugs lassen bzw. zwischen den einzelnen Acts bei schlechtem Wetter arbeiten können? Es ist wenig sinnvoll, wenn Fotografen mit Foto- und EDV-Equipment im Wert von mehreren Tausend Euros im pladdernden Regen im freien Gelände Bilddateien kopieren, sichten und verschlagworten sollen.
Wir haben der ganzen Sache dann doch noch eine positive Seite abgewonnen und uns einen schönen Abend auf dem Bregenzer Stadtfest gemacht.
Am nächsten Tag ging es mit 30° weniger auf dem Thermometer Richtung Heimat und dem Ergebnis, dass das Summerdays Festival in Arbon unter solchen Voraussetzungen in unserem Arbeitskalender keinen Platz mehr haben wird. Wir werden davon nicht mehr berichten. Wir sind professionelles Arbeiten gewöhnt und nicht so einen stiefmütterlichen Umgang mit der Presse.

 

Werbe-Business und Musiker

Liebe Kinder,

heute erzählt Euch Euer Märchenonkel, wie es einem ergehen kann, der die beiden – eigentlich miteinander unvereinbaren – Bereiche „Musiker“ und „seriöse Geschäfte“ gegen alle Regeln dennoch miteinander zu kombinieren versucht:

Es war einmal an einem normalen Bürotag bei einem normalen Werbemenschen, da klingelte das Telefon und ein Musiker war am anderen Ende der Leitung. Er sprach sehr lange und in wahrlich wohlklingenden Worten, dass er auf Empfehlung eines Bookers anriefe und diverse Werbematerialien bräuchte, da er mit seiner Band jetzt so richtig durchstarten wolle. Dazu bräuchte er ein Logo, eine (neue) Webseite, Plakate und Flyer. Gleichwohl hatte der Musiker schon bestimmte Vorstellungen, wie das Ganze auszusehen habe, da er ja schließlich den weltberühmten Musiker „XY“ auf der Bühne verkörpere und seine Band den bekannten Namen „ABC“ trage – wohlgewählt nach einem noch berühmteren Song des Originalmusikers „XY“

Also machte sich der Webemensch nach dem ersten Telefonat daran, Recherche zu betreiben. Am Ende lagen also Screenshots des Originalcovers der Single des berühmten Songs und ein typisches Livebild von „XY“ auf der Festplatte, wurden liebevoll in stundenlanger Handarbeit vektorisiert, angepasst, neu miteinander arrangiert um ein noch nie dagewesenes Logo zu erschaffen, welches das nostalgische Gefühl aus dem goldenen Zeitalter des Vinyl in die heutige Zeit transportiert.
Der Musiker war in den darauf folgenden mehrstündigen Telefonaten begeistert ob des Entwurfes – alleine beim Werbemenschen wollte sich keine richtige Freude ob des geschaffenen Werkes mehr einstellen, da nicht klar wurde, was dem Musiker dann doch nicht so richtig an dem Entwurf gefiel. Die Lösung des Ganzen ergab sich – richtig vermutet liebe Kinder – nach weiteren mehrstündigen Telefonaten: Werbemensch und Musiker hatten unterschiedliche Begriffsdefinitionen ob des Wortes „Logo“: Während der Werbemensch aus seiner schon Äonen andauernden Praxis genau wusste, um was es sich bei einem Logo handelt (und wofür ein solches eingesetzt wird), ging der Musiker davon aus, dass selbstverständlich die ganze Zeit von einem Banner gesprochen worden sei, welches auf einer Bühne im Hintergrund zu hängen habe. Nach ein paar weiteren längeren Telefonaten war diese Kleinigkeit allerdings geklärt und das ursprünglich quadratische Logo auf einen rechteckigen Hintergrund portiert worden – zur Zufriedenheit aller. Bis zum nächsten Telefonat…

Dieses ergab nun, dass unbedingt der einfarbige Scherenschnitt des weltberühmten Musikers „XY“ als kolorierte Zeichnung mit deutlich erkennbaren Einzelheiten zu erkennen sein müsse und zusätzlich noch die Internetadresse des Musikers sowie ein Text á la „The -Tribute-Show by Musikername“ auf dem Banner Platz finden müssten. Nun denn, drei Entwürfe später waren Werbemensch, Musiker und seine Bandkollegen hochzufrieden und schmiedeten schon Pläne für die nähere Auftragszukunft hinsichtlich Fototermin und Relaunch der bestehenden Webseite…

Und dann trat – wie eigentlich in jedem Märchen – die böse Fee auf den Plan: Das Bandmanagement begutachtete den fertigen Entwurf und urteilte kurz und knapp: „In den finstersten Kerker damit. So geht das gar nicht!“. Ein (kürzeres) Telefonat mit dem Management ließ den Werbemenschen an den Erkenntnissen und wohlbegründeten Wünschen des Managements teilhaben und brachte die Erleuchtung, dass ein radikal anderer „Entwurf 2.0“ hermüsse. Ein längeres Telefonat mit dem Musiker brachte diesen neuen Entwurf in die richtige Richtung und so wurden erneut Illustrator und PhotoShop angeworfen. Am Ende des Arbeitstages erfreute ein strahlend neues Design für ein Banner das Herz des Werbemenschen und das Herz und Gemüt des Managements. Eine Jubel-Antwortmail brachte diesen Überschwang der Freude in einem einzigen Wort zum Ausdruck: „Klasse!“. Ein paar kleinere Änderungen waren auf Wunsch des Musikers allerdings noch zu tätigen aber an dieses Werk ging der Werbemensch mit Freuden – wusste er doch, dass nach seinem wohlfeil geschaffenem Tagewerk viele Menschen glücklich und mit Wohlpreisungen seines Namens auf den lächelnden Lippen einschlafen würden.

Das Herz des Musikers war ebenfalls erfreut und umso erstaunter war er, dass seine tapferen Mitstreiter in der Band – allesamt deutlich jünger und unerfahrener als er selbst – diesen Entwurf als „skandalös, sexistisch“ und „geht gar nicht“ abtaten. Der Musiker beeilte sich aber, dem Werbemenschen in vielen wohlklingenden Worten zu versichern, dass dieser Entwurf aber auf jeden Fall toll sei und später auf Plakaten Verwendung finden solle.

Liebe Kinder, Ihr ahnt es sicherlich schon: Eine neue Version des Banners musste her: Noch radikaler anders als die Versionen eins und zwei, dennoch aber mit deutlichen Anleihen an diese. Jetzt durfte der Werbemensch endlich einmal den Telefonhörer aus der Hand legen und zu seinen geliebten Programmen Illustrator und PhotoShop zurückkehren, damit er erneut seiner eigentlichen Bestimmung nachgehen konnte: Kreativ tätig zu sein, Kunden glücklich zu machen und nebenher ein wenig Geld für den täglichen Lebensunterhalt für sich und seinen Kater zu verdienen. Wenige Entwürfe und einige Telefonate später war dann endlich Banner 3.0 in der Version „3.0 f2“ fertig und wie in jedem guten Märchen bekam der tapfere Werbemensch am Ende seine Belohnung: Er durfte nach 48 Stunden Bedenkzeit des Musikers und das Managements den digitalen Bannerentwurf an die Meister der schwarzen Kunst schicken, auf dass sie daraus ein Banner für die Bühne machen mögen. Und dieses Tun möge bitte in Eile mit Sorgfalt erfolgen, auf dass das Banner in 6 Tagen auf einer Bühne in fernen Landen hängen könne, damit dort bei einer Versammlung von Musiker, Bandkollegen und Management vom Werbemenschen viele tolle bunte Fotos gemacht werden können.

Und als dann die Meister der schwarzen Kunst gerade ihre geheimnisvollen Maschinen angeworfen hatten und unter allerlei magischem Tun und Gemurmel sich daran machten, zur Ehre des Musikers das Banner zu weben und zu bedrucken – da klingelte das Telefon beim Werbemenschen…

Der Musiker fragte an, ob die Bannererstellung noch gestoppt werden könne, da seine tapferen Mitstreiter in der Band noch nicht abschließend über den Entwurf 3.0 f2 eine Rückmeldung abgegeben hätten und eigentlich auch eher die „finale Version 1.0“ bevorzugen würden…

Liebe Kinder, es ist schon spät geworden, von daher erzählt Euch Euer Märchenonkel beim nächsten Mal, wie die Geschichte unseres tapferen Werbemenschen weiterging. Würde er am Ende doch noch jemals ein fertiges Banner auf einer Bühne hängend erblicken können? Käme es zu Folgeaufträgen und wir würde das Management auf weitere Einwände der Gefährten des Musikers reagieren?

Und… wann würde der Kater des Werbemenschen endlich wieder einmal etwas zu Fressen bekommen?

 

Deichbrand Festival 2011, Tag 3

Deichbrand Festival 2011Deichbrand Festival 2011Deichbrand Festival 2011Deichbrand Festival 2011Deichbrand Festival 2011Deichbrand Festival 2011Deichbrand Festival 2011Deichbrand Festival 2011Deichbrand Festival 2011Deichbrand Festival 2011Deichbrand Festival 2011Deichbrand Festival 2011
Moin,

Sonntag – die Sturm- und Wasserspiele gehen weiter! Schon während meiner Anreise durch Wanhöden fallen mir viele Festival-Besucher auf, die bereits jetzt abreisen. Der morgendliche Gang über das Gelände offenbart dann etliche Sturm- und Regenschäden, die während der Nacht entstanden sind. Es steht sogar kurzfristig die Überlegung im Raum, heute das Gelände gar nicht erst zu öffnen. Überall werden fieberhaft die Schäden der Nacht repariert und auch die Sicherheitsmaßnahmen werden noch einmal überarbeitet, nachdem es in der Nacht zuvor u. a. bei „Pennywise“ und den „Guano Apes“ Probleme vor den Bühnen gegeben hatte. Somit bespielt die erste Band auch den leeren Platz, da noch kein Einlass gewährt wird. Also werden die Wellenbrecher weiter ausgebaut und auch der Graben wird (endlich!) deutlich verbreitert. Leider werden unsere „Pinkelpilze“ (s. → Freitag) nicht wieder in den Pressebereich zurückgebracht – diese wurden uns bereits am Vortag weggeholt und in der Nähe des einen FOHs aufgebaut.

Der Tag als solcher verläuft eher unspektakulär, nur abends drehen die Securities ein wenig am Rad und behindern die Fotografen bei „Bad Religion“ gewaltig bei der Arbeit. Es fällt auf, dass viele zusätzliche und neue Security-Mitarbeiter von einer weiteren Firma vor Ort sind und nur buchstabengetreu nach Anweisung(en) handeln. Leider sind aber widersprechende Anweisungen im Umlauf und oftmals gibt es statt „Hü“ und „Hott“ nur noch Stillstand… Massive Beschwerden der Fotografen bei den Zuständigen für die Medienbetreuung bringen Abhilfe und sorgen dafür, dass wir wenigstens beim letzten Act auf der Fire-Stage, den „Fantatschen Vier“ wieder normal arbeiten können – dafür ein herzliches „Danke“ an das Team um Brede und Arne für die Unterstützung!

Am Ende des Abends schaffe ich es, unfallfrei und ohne steckenzubelieben, durch das „Bauernglatteis“ (für Nichteingeweihte: Das ist der knietiefe Schlamm auf den Zu- und Abfahrtswegen über die Wiesen zu den Parkplätzen) wieder asphaltierten Grund zu errreichen. Leider ist die Hauptroute durch Wanhöden gesperrt, so dass ich einen großen Umweg über Land fahren muss, um letztlich wieder auf der A27 und damit irgendwann in meinem Hotel zu landen.

Totmüde falle ich ins Bett und denke nur noch kurz an die knapp 900 Kilometer Heimreise am nächsten Tag – andererseits werde ich später im Altenheim einmal erzählen können: „Deichbrand 2011: Ich habe überlebt!“

Fazit: Es war eine nette Erfahrung, die ich nicht missen möchte, aber deren Begleitumstände wie beispielsweise Regen und Sturm im Graben während der drei Tage ich auch nicht so bald wieder erleben muss.